Zukunftsgemeinde
Kirchliches Leben sichern, Niendorf mitgestalten
Kirche lebt von Menschen, Gemeinschaft und dem, was wir füreinander tun – heute und in Zukunft. Damit das auch in Niendorf so bleibt, stellt der Kirchengemeinderat (KGR) wichtige Weichen für die kommenden Jahre. Auf dieser Seite informieren wir über den Gebäudeprozess, anstehende Entscheidungen und die nächsten Schritte.
Fragen & Antworten zum Gebäudeprozess
1. Warum muss sich überhaupt etwas ändern?
Wir handeln jetzt, um auch in Zukunft eine lebendige Kirche in Niendorf zu bleiben. Denn steigende Ausgaben treffen auf sinkende Kirchensteuerzuweisungen und die Reduzierung von Pfarrstellen. Hinzu kommen nötige Investitionen in die Gebäudesubstanz, wie eine kostenintensive Dachreparatur am Standort Verheißung.
Um unseren Auftrag als Gemeinde auch mit weniger zugewiesenen Steuermitteln und weniger Manpower gerecht zu werden, brauchen wir finanziell weitere eigene Einnahmen. Dafür müssen auch bestehende Gemeindeorte genutzt werden. Die eigentliche Arbeit soll uneingeschränkt fortgesetzt werden, eben zusammengelegt auf begrenztere Flächen. Unser Ziel ist es nicht, Mängel zu verwalten, sondern das gemeindliche und geistliche Leben in Niendorf mit Gottesdiensten, Seelsorge, Kultur, Angeboten für alle Generationen und Gemeinschaft im Stadtteil nachhaltig zu sichern.
2. Nach welchen Kriterien wurde über die Gebäude entschieden?
Die Entscheidungen sind nicht „aus dem Bauch heraus“ gefallen. Der Kirchengemeinderat hat über einen intensiven Diskussions- und Abwägungsprozess sechs Kriterien festgelegt und gewichtet (in Prozent in Klammern), um aus mehreren Optionen verantwortungsvoll eine Auswahl zu treffen:
- Wirtschaftlichkeit (32,5 %)
Wie tragfähig ist das Modell finanziell? Das Verhältnis von erwarteten Mieteinnahmen zu den notwendigen Investitionen soll positiv sein. - Kirchliche Nutzung (25 %)
Wie gut lässt sich das Gemeindeleben integrieren? Die zukünftige Nutzung soll das Gemeindeleben stärken und die bestehenden Angebote erhalten oder erweitern. - Soziale Verantwortung (15 %)
Welchen Nutzen hat der Stadtteil (z. B. Senioren, Familien)? Die Entscheidung soll einen spürbaren Beitrag zur sozialen Verantwortung und zum Gemeinwohl leisten. - Zeitrahmen (10 %)
Wie schnell lässt sich das Konzept umsetzen? Ein klar definierter Zeitrahmen ermöglicht eine realistische Planung und verhindert Verzögerungen im Gemeindealltag. - Charakter des Nutzers (10 %)
Passt der Partner zu unseren christlichen Werten? Ein Nutzer soll mit seinem sozialen und ethischen Profil zur Identität unserer Gemeinde passen. - Infrastruktur (7,5 %)
Wie aufwendig ist der Umbau? Baulicher Anpassungsbedarf für eine Nutzung sowie die Attraktivität für Mitarbeitende und Gemeindemitglieder an den verbleibenden Standorten.
3. Was wurde entschieden?
Der KGR hat im Februar 2026 beschlossen, für den Standort Verheißung – präzise das dortige Gemeindehaus – das Konzept eines Ärztehauses unter dem Titel „Haus der Gesundheit“ vorrangig zu prüfen. Bis Herbst 2026 wird nach interessierten Ärztinnen und Ärzte gesucht. Sollte sich dieses wirtschaftlich attraktivere Modell nicht realisieren lassen, wird für die gleiche Fläche das Konzept einer Tagespflege fokussiert.
4. Wie ist der aktuelle Stand für den Gebäudeprozess am Standort Verheißung?
Wir haben verschiedene Aufgaben generiert, die gerade bearbeitet werden:
- Weitere Sondierungen zur Realisierung des Ärztehaus-Konzepts
- Konsequenzen und Lösungen für die dortigen Büros, Gruppen und Angebote
- Ertüchtigung der verbleibenden Räumlichkeit der Verheißungskirche
- Finanzierung der Veränderung durch attraktive Mieteinnahmen
5. Wo finden meine Aktivitäten und Gruppen künftig statt?
Wir halten an unseren Angeboten fest, aber Orte und Zeiten können sich gegebenenfalls verändern. Kurz gesagt: Wir müssen enger zusammenrücken. Da ein Teil der Räume im Gemeindehaus Verheißung für die Vermietung benötigt werden, sollen kirchliche Aktivitäten wie Konfirmandenarbeit, Kirchenasyl oder Musik auf verbleibende Flächen oder auf die Standorte Markt und Immanuel-Haus verteilt werden. Eine detaillierte Prüfung hat bereits ergeben, dass dies machbar ist und alle bestehenden Angebote ihren Platz finden werden.
6. Was passiert mit den Arbeitsplätzen in der Gemeinde?
Menschen sind uns wichtiger als Gebäude. Wir werden alle Stellen von Mitarbeitenden erhalten. Durch die neuen Mieteinnahmen sichern wir langfristig die Finanzierung, damit wir weiterhin für die Menschen im Stadtteil da sein können – in der Seelsorge, der Kirchenmusik, der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Erwachsenen und für die Aktivitäten in den Stadtteil hinein.
7. Welche Konsequenzen hat die Planung für die Kita Sachsenweg?
Die Kita bleibt mit ihren Flächen am jetzigen Standort am Sachsenweg und ist von der Maßnahme nicht betroffen.
8. Wie sieht es mit der geistlichen Identität der Kirche aus?
Unsere geistliche Identität hängt nicht an Quadratmetern, sondern an unserer Haltung und den handelnden Menschen. Mit den dringend erforderlichen Einnahmen sichern wir unsere Handlungsfähigkeit. Die Kirche am Standort Verheißung bleibt als geistliches Zentrum und weithin sichtbarer Turm erhalten. Die Nutzungen des Gemeindehauses als Ort für Arztpraxen oder als Tagespflege hilft, den Kernauftrag der Kirche – für Menschen da zu sein – zu erhalten.
9. An wen kann ich mich bei Sorgen oder Fragen wenden?
Zentraler Ansprechpartner für den Gebäudeprozess ist der Kirchengemeinderat. Erreichbar per E-Mail über die KGR-Vorsitzende Pastorin Anke Zorn: anke.zorn@kirche-in-niendorf.de. Unser Anspruch ist, dass jede und jeder gehört wird.
10. Warum können wir nicht einfach alles beim Alten lassen?
Nichts zu entscheiden, ist auch eine Entscheidung – und zwar für den schleichenden Abbau der Substanz. Wir wollen die Gestaltungshoheit erhalten und heute selbst entscheiden, wie wir unsere Ressourcen nutzen, bevor in einigen Jahren leere Kassen zum Handeln zwingen.
11. Lohnt sich das?
Ja, denn wir gewinnen angesichts massiv sinkender Zuweisungen von Kirchensteuermitteln langfristige Stabilität. Durch die Mieteinnahmen können wir Arbeitsplätze sichern und Gebäude erhalten. Das gibt uns die Freiheit, unsere eigentlichen Aufgaben weiterzuführen und in die Zukunft zu entwickeln: Gottesdienste, Gemeinschaft und Hilfe für Menschen, die uns brauchen.
