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Ein "anderer" Kirchenraum

Auf die Perspektive kommt es an

Foto R. Straßmann

Das soll unsere Kirche sein, die Kirche am Markt?

Ja, sie ist es tatsächlich! Die trotz ihrer acht Ecken so rund erscheinende Barockkirche, ist noch runder geworden. Man könnte meinen, wir sehen sie aus der Perspektive des Taufengels. Er kann sich schließlich in aller Ruhe umschauen dort oben auf den Rängen, wo das Licht schon beinahe himmlisch glänzt und wo am Kreuzungspunkt das Auge Gottes zu erkennen ist. Die Kirchenbänke liegen weit unter ihm und sehen aus wie Spielzeuggestühl, und doch finden dort gut 600 Besucher ihren Platz. Die Altarwand hat er immer in seinem Augenwinkel und sollte er nicht bis zur Orgel hinaufschauen können, so kann er sich mindestens einmal in der Woche an ihrem Klang erfreuen.

Gar viele Jahre genießt der Engel nun schon diesen Anblick und unsere Kirche ist ihm sicherlich genau so ans Herz gewachsen wie Pastor Nissen, dem es in diesem Raum leicht war, sich Gott nahe zu fühlen.

Mit seinen Beschreibungen der Kirche am Markt geht es nun weiter.....

Marktkirche = Hörkirche

Der Marmoraltar mit der Darstellung vom Weinstock und den Reben trägt ebenso dazu bei, wie die Kopie des berühmten Abendmahlsbildes von Leonardo Da Vinci, die unter der Kanzel hängt.

Und dann diese Kanzel, die es einem ermöglicht, gleichermaßen zu den im Kirchenschiff und zu den auf der Empore Versammelten zu sprechen. Dieses Gotteshaus ist ja bewusst als Hörkirche konzipiert worden und macht schon von seiner Architektur her deutlich, dass es auf das Wort ankommt.

Allerdings ist die Orgel noch über dem Ort der Verkündigung angesiedelt und füllt immer wieder mit ihrem Klang den Raum wunderbar, lässt die Kirche gewissermaßen klingen.

 

 

Gott spricht: "Ich will mit dir sein" - 2. Mose 3,12

Foto: A. Salomon-Prym

3.500 Jahre ist es her. Der politische Flüchtling und Schafhirte Mose streift durch die Wüste Sinai und sieht einen Dornbusch, der brennt, aber nicht verbrennt. Eine optische Täuschung, er dürfte sie kennen. Aber diesmal hört er eine Stimme aus dem Busch. Ehrfürchtig tritt er näher, denn er fühlt: Gott spricht zu ihm.

Gott gibt ihm einen Auftrag: Führe mein Volk Israel aus der Gefangenschaft. Mose fühlt sich absolut überfordert. Er fängt an zu diskutieren: Ich kann nicht, der Pharao wird mich töten, erst gar nicht anhören, das Ganze wird bestimmt schiefgehen, außerdem kann ich gar nicht reden. Aber Gott ist unbeirrbar: Du kannst es, denn ich bin mit dir. Und wenn du willst, darfst einen Bruder mitnehmen. Der kann reden. Aber du hast einen Job, jetzt geh los und mach!

Der Lichterbaum in der Kirche am Markt erinnert an diesen brennenden Dornbusch. Und seine Botschaft ist: Gott wendet sich mir zu. Er steht auf meiner Seite. Er hat einen Auftrag für mich, den sonst keiner erledigen kann. Und ich kann dabei auf den Beistand Gottes vertrauen.

Die Geschichte vom brennenden Dornbusch steht im 2. Mose, Kapitel 3 und 4.

Erik Thiesen