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Die wandernde Miniatur

Foto Maria Hoffmann

Maria*, was ist das für eine Miniatur?

Diese Kerze ist eine wandernde Miniatur. Sie wird einmal im Jahr am ersten Freitag im März im ökumenischen Weltgebetstagsgottesdienst in Niendorf entzündet. Gestaltet wird sie mit dem Symbol des Weltgebetstages und der jeweiligen Jahreszahl schon seit 1990 von Frau Rothkegel aus St. Ansgar.

 

Wieso wandert diese Kerze?

Der Gottesdienst wandert. Früher von einer der damals vier Niendorfer Kirchengemeinden zur nächsten: Nord-West, Verheißung, Markt und St. Ansgar. Jede Gemeinde hatte eine Gruppe Frauen, die die Verantwortung für ihre Gemeinde übernahm. Aus den anderen Gemeinden kamen dann Frauen dazu. Heute findet der Gottesdienst weiterhin im Wechsel statt. Doch wir wandern als eine Vorbereitungsgruppe wie die Kerze von Kirchenort zu Kirchenort. Irgendwie sind wir Frauen aus der Vorbereitung inzwischen dort überall zu Hause. Viele Hemmschwellen sind abgebaut. Es verbindet uns ja auch viel mehr als wir wussten.

 

Seit wann feiern wir den Weltgebetstag bei uns in Niendorf?

Wir feiern ihn im schwesterlichen Miteinander seit 1988. Durch Friedel Schulz aus der damaligen Gemeinde Nord-West kam meine Tochter dazu, die Lieder des Gottesdienstes 1988 mit der Querflöte zu begleiten. Ab 1989 war ich dann dabei.

 

Was bedeutet der Weltgebetstagsgottesdienst für dich?

Gemeinsam mit euch evangelischen Frauen einen Gottesdienst zu gestalten, herauszufinden was unseren Glauben unterscheidet, etwas vom anderen zu erfahren. Etwa bei den Vorbereitungen von euch Evangelischen zu hören: „...das ist doch viel zu unruhig!" Wir Katholiken sind das Rumgerenne im Altarraum schließlich gewohnt. Die Bibelarbeit, wobei wir immer versuchen, die Texte auf uns zu beziehen. Und dann natürlich: von Problemen der Menschen in anderen Ländern zu erfahren. Mit der Musikgruppe die Lieder im Gottesdienst zu begleiten, auch mal ungewohnte Lieder; Frauen Mut zu machen, Texte vorzutragen. Immer wieder neue Frauen kennen zu lernen, die dazukommen. Ja, und dann zusammen einen lebendigen Gottesdienst zu feiern.

 

Gibt es einen besonderen Weltgebetstag?

Ja. 2003, als wir Angst vor dem Krieg im Irak hatten. Wir konnten nicht mit einem fröhlichen Gottesdienst beginnen, ohne an diese Sorge zu denken. Alle Gottesdienstbesucher haben damals in St. Ansgar zu Beginn des Gottesdienstes ein Teelicht im Altarraum aufgestellt. Diese Lichter haben die gesamte Zeit geleuchtet und wir haben einen wunderbaren Gottesdienst gefeiert.

Maria, vielen Dank! Auf viele weitere Jahre gemeinsame Weltgebetstagsarbeit!

*Maria Hoffmann kommt aus der Katholischen Kirchengemeinde St. Ansgar