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Kirchenraum

Foto Rolf Straßmann

 

Unser Gemeindesaal - ein Mehrzweckraum

Es ist Donnerstag Abend – aus dem Gemeindesaal am Quedlinburger Weg dringen rhythmische Klänge begleitet von einer Stimme: Seit über dreißig Jahren findet hier um diese Zeit die Gymnastik für Frauen statt. Es ist eine der vielen Aktivitäten, die dieser Raum erlebt: Vom alljährlichen Adventsbasar über Projektveranstaltungen, Gesprächskreise, Gemeindefeste – eben ein Mehrzweckraum. Hier geschieht, was ein vielfältiges Gemeindeleben ausmacht. Am Sonntag feiert die Gemeinde in diesem Raum Gottesdienst, einmal monatlich mit Abendmahl.

 

Gottesdienstwerkstatt in den 80er Jahren

Das Licht, das durch die großen Fenster scheint, beleuchtet das Pult, den Stuhlkreis um den Holztisch und die Wand aus Ziegelstein mit dem Patchworkvorhang und dem großen Holzkreuz. Diese Gegenstände sind uns heute vertraut, sie machen unseren schlichten Gottesdienst-Raum aus.

Dieses Raumkonzept ist das Ergebnis von langen Gesprächen und vielen Gedanken in der Gottesdienst-Werkstatt in den 80er Jahren. Wie kann man Kirche gestalten in so einem Raum? Wie darin loben, beten, handeln und feiern? Wie die Nähe Gottes erfahrbar machen? Das waren unsere Fragen, die einen langen Prozess des Werdens begleiteten.

 

Stätte der Besinnung und des Gebetes

Der runde Tisch mit Glasleuchtern und einem einfachen Holzkreuz ist sonntags Altartisch. An ihm wird gelesen und gebetet, immer mit Blick zur Gemeinde. Vom Pult aus wird gepredigt. Eine Tür, die den Blick störte, wird verdeckt durch den bunten Patchworkvorhang, den eine Gruppe von Frauen in den Jahren 1984 bis 1986 schuf. Auf ihm laufen Strahlen auf einen Punkt zu - oder gehen sie von ihm aus? In einem gemeinsam gestalteten Gottesdienst erklärten die Frauen damals die Symbolkraft.

Im Erntedankgottesdienst 1990 wurde das große, schlichte Holzkreuz aufgehängt, das aus dem Balken eines alten Niendorfer Hauses stammt. Wir haben uns bewusst dafür entschieden. Der Raum wurde deutlicher zum Kirchenraum, in dem man sich auf die Geschichte Gottes mit uns Menschen berufen und von ihr erzählen kann, denn das Kreuz bleibt sonntags und alltags hängen.

Für neue Besucher der Gemeinde erweist sich der Raum durch das Kreuz als Stätte der Besinnung, der Andacht und des Gebets.

 Christa Klawitter