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Kapelle auf dem Neuen Friedhof

Friedhofskapelle

Foto Rolf Straßmann

Erbaut 1906

Die Kapelle auf dem Neuen Niendorfer Friedhof am Sootbörn wurde 1906 erbaut. Eine große Tafel an der rechten Seite der inneren Kapellenwand erzählt uns, dass sie eine Stiftung von John von Berenberg-Gossler ist.

Auf den ersten Blick sieht die Friedhofskapelle wie die kleine Schwester der Kirche am Markt aus. Die Dachkonstruktion, die der Kirche am Markt nachempfunden ist, läßt dieses Gefühl entstehen: Ein achteckiges, barockes Kirchendach, das sich wie ein großer Hut über die Kirche spannt und unter dem alle Schutz suchen und finden können.

Es erscheint durchaus passend, dass der Architekt auch der Kapelle diesen „Hut" aufgesetzt hat. Unter seinem Schutz versammelt sich die Trauergemeinde, um von ihrem Verstorbenen Abschied zu nehmen

Als Grundriss wählte der Architekt das Kreuz, was gar nicht so leicht zu erkennen ist. Schließlich handelt es sich hier nicht um ein langgestrecktes Kirchenschiff, sondern um einen kleinen, kompakten Bau. Der längsseitige Kreuzschenkel beginnt am Hauptportal und endet im Altarraum, die Querseiten geben Raum für die Bestuhlung.

Wenn wir auch die Intentionen des Architekten nicht kennen, so hat er diesen Kreuzgrundriss sicherlich bewusst gewählt: Das Kreuz als Zeichen der Überwindung des Todes durch die Auferstehung und als Zeichen für Christus, der alles miteinander verbindet, die Menschen untereinander, aber auch die Menschen mit Gott.

Der Sarg mit dem Verstorbenen, der unterhalb des Altars auf dem längsseitigen Kreuzschenkel steht, ist auf Gott ausgerichtet und wird eingerahmt von der Trauergemeinde, die in dem rechten und linken Seitenflügel Platz genommen hat, und alle gemeinsam sind durch das Kreuz miteinander verbunden.

Brigitte Genschow