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Lebensstationen

Zeit zum Sterben

Auch für den Sterbenden gilt es, Abschied zu nehmen. Ob wach oder bewusstlos, ansprechbar oder verwirrt, es ist die letzte Phase des Lebens, und manchmal ist noch vieles offen.  Das Gefühl vom nahen Tod bringt Abwehr, Wut, Angst und Verzweiflung mit sich. Das trifft auch die, die dabei sind. Es braucht seine Zeit, das Leben loszulassen. Manche Sterbende klammern sich ans Leben und an die Angehörigen, voller Unruhe und Furcht. Andere sterben erstaunlich ruhig und gelassen, mit sich und ihrem Leben versöhnt.

Manche sehnen sich nach Erlösung. Wir wissen nicht, was in Sterbenden vorgeht. Viele können sich nicht mehr mit Worten verständlich machen und verstehen doch mehr als wir ahnen. Sie signalisieren, ob sie unsere Nähe und Zuwendung brauchen oder allein sein wollen. Oft fällt es dem Sterbenden leichter, Abschied zu nehmen, als uns Angehörigen. Vielleicht versuchen wir dann, ihn mit optimistischen Reden oder medizinischer Technik im Leben festzuhalten. Es kann eine Qual sein, mit Macht am Leben gehalten zu werden.

Vielleicht will der sterbende Mensch nicht mehr essen oder trinken; ein Ausdruck seines eigenen Willens. Warum ihn dann noch zum Essen und zum Leben zwingen? Oft wird gerade im Krankenhaus zuviel getan, um Sterbende am Leben zu halten und zu wenig, um ihnen das Sterben zu erleichtern.

Sterbende brauchen Menschen, die sich auf ihr Gespür verlassen für das, was gut tut, die zuhören, reden, streicheln, vorlesen, beten, singen, alleinlassen, schweigen.....

Manche Menschen sterben erst dann, wenn die nahen Angehörigen anwesend sind. Manche verlangen nach einem Gebet, nach Beichte, Abendmahl und einem Segen. Andere sterben erst, wenn alle das Zimmer verlassen haben.