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Die Änderungen des Personenstandsgesetzes ab 2009 bedeutet keine Veränderung für das kirchliche Handeln bei Trauungen

In der zukünftigen Fassung des staatlichen Personenstandsgesetztes entfällt der Passus, dass ein Traupaar eine Ordnungswidrigkeit begehe, wenn eine kirchliche Trauung ohne vorherige standesamtliche Eheschließung vollzogen wird. Diese ab 2009 rechtlich mögliche Trennung von kirchlicher und staatlicher Trauung bedeutet jedoch keine Veränderung des bisherigen kirchlichen Handelns in der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche.

In der kirchlichen Praxis ist unter einer Trauung ein Gottesdienst zu verstehen, der „anlässlich der Eheschließung zweier Christen" gefeiert wird. In diesem Gottesdienst erhalten die Eheleute den Segen Gottes. Ihnen wird „Gottes Gebot und Verheißung für ihre Ehe verkündigt." Weiter wird betont, dass ein Pastor oder eine Pastorin sich „vor dem Vollzug einer Trauung davon zu überzeugen hat, dass die Ehe rechtsgültig geschlossen worden ist."

Das bedeutet, dass vor einer kirchlichen Trauung in der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche auch weiterhin die Ehe standesamtlich geschlossen werden muss. Es ist jedoch weiterhin möglich, dass Paare, die aus wohlerwogenen Gründen keine Ehe vor dem Standesbeamten schließen wollen, aber eine geistliche Begleitung ihrer Lebensgemeinschaft suchen, die Möglichkeit einer Segnung erhalten.

Voraussetzungen für die kirchliche Trauung

(1) Beide Ehepartner wünschen eine kirchliche Trauung.

(2) Mindestens einer der Ehepartner gehört der evangelischen Kirche an 

(3) Die standesamtliche Eheschließung des Paares nach staatlichem Recht ist nachweislich rechtsgültig vollzogen.

(4) Es bestehen keine gravierenden seelsorgerlichen Bedenken gegen das Zustandekommen der Ehe und den Umgang der Ehepartner miteinander. Diese können z. B. darin begründet sein, dass das Paar Vereinbarungen getroffen hat, die dem christlichen Eheverständnis widersprechen.

Juli 2008