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Igolwa und Nkwenzulu

Himmel über Afrika

Foto Rainer Luther

De Orte Igolwa und Nkwenzulu liegen etwa zwei Kilometer von einander entfernt auf einem Höhenrücken in den Livingstone Mountains. Die Bergkette grenzt an Tansanias drittgrößten See, den Nyassasee. Die nächstgelegene Stadt ist Njombe.

Beide Ortschaften, Igolwa mit 1100 Einwohnern und Nkwenzulu mit 1700 Einwohnern, haben je eine eigene Kirche, eine Pfarrstelle, einen Kindergarten; in Igolwa gibt es einen kleinen Laden. Zu erreichen sind sie nur über eine steile Erdpiste, in der Regenzeit sind die Wege unpassierbar und die Orte komplett vom Rest der Welt abgeschnitten.

Die Gemeinden

Die christliche Gemeinde in Igolwa gibt es seit 1956. Anfangs gehörte sie noch zu der Gemeinde in Lupila, seit 1975 ist Igolwa selbständig.

Als Pastor ist hier Lenard Nyasanga tätig. Zur Seite stehen ihm der Evangelist Anderson Ndelwa und eine Reihe weiterer ehrenamtlicher Mitarbeiter. Pastor im Nachbarort Nkwenzulu ist Pashoni Nsemwa.

Die Grundschule

Foto Rainer Luther

In Igolwa befindet sich auch die Primary School für die gesamte Umgebung, also auch für Nkwenzulu. Sie besteht schon 50 Jahre, hat inzwischen sieben Klassenräume und sechs Lehrerwohnungen. Unterrichtet werden die rund 400 Schüler von vier Lehrern. In Tansania besteht Schulpflicht bis zur siebten Klasse. Der Unterricht dauert von um 8.00 Uhr bis 16.30 Uhr und wer selbst kein Essen mitbringen kann, muss mit leerem Magen lernen... Das gilt vor allem für Waisenkinder.

Nach der siebten Klasse werden nationale Prüfungen abgenommen. Nur wer dieses Examen besteht  kann eine Secondary School (Realschule) besuchen. Leider schafft es regelmäßig nur ein Bruchteil der Schüler und hat damit die Chance auf einen höheren Bildungsabschluss. Vorausgesetzt das Schulgeld kann bezahlt werden oder es ist ein Stipendium verfügbar...

Der Kindergarten

Foto Rainer Luther

Große Bedeutung hat auch der Kindergarten beziehungsweise die Vorschule. Hier lernen die Kinder Kisuaheli und die Grundzüge des Lesens und Schreibens. Die Kindergärtnerin von Igolwa, Beatrec Sanga, war 1995 bei uns in Hamburg zu Gast. Anschließend wurde sie zwei Jahre in Dar es Salaam in einem Montessori-Zentrum zur Kindergärtnerin ausgebildet. Momentan hat sie gut 90 Kinder in ihrer Obhut.

Die Krankenstation

Foto Rainer Luther

Für die medizinische Grundversorgung sorgt eine Krankenstation, die vom evangelisch-lutherischen Krankenhaus in Bulonga betreut wird. Dieses Krankenhaus steckt jedoch selber in Schwierigkeiten, und daher ist die Ausstattung der Station völlig unzureichend, Medikamente sind nur in geringem Maße vorhanden.

Die Waisenkinder

Foto Rainer Luther

Eine weitere große Herausforderung ist die Waisenkinderhilfe. Die Krankheit AIDS betrifft vor allem die mittlere Generation, so dass die ganz Alten und die Jüngsten übrig bleiben. Auch die erweiterte Großfamilie kann dieses Ungleichgewicht nicht mehr auffangen. Um Hilfe zu leisten besucht ein Diakonieausschuss bedürftige Kinder und Familien, bestimmt über Zuwendungen und übergibt die Hilfsmittel.

Zusätzlich werden die Kinder über ein Patensystem unterstützt. Mit nur 10 Euro pro Monat kann jeder mithelfen und den Kindern eine Lebenschance geben. Denn auch in Zukunft werden bei der Aidswaisenhilfe nicht nur viel Zuwendung, Einfühlung und Organisationstalent gebraucht, sondern eben auch viel Geld benötigt.

Projekte

Foto Rainer Luther

Vieles wurde in den vergangenen Jahren begonnen und weitergeführt: Beispielsweise bauliche Maßnahmen an den Kirchen, an den Pastoraten und den Kindergärten. Die Maismühle hat einen neuen Motor erhalten, die Pastoren sind jetzt dank eines Motorrads mobiler, und wir haben ein Selbsthilfeprojekt der Witwen mitfinanziert - Hühnerzucht für ein eigenes Einkommen.

Jährlich verschicken wir Pakete mit Altkleidern für Kinder, und mit der Grundschule Bindfeldweg haben wir einen Partner gefunden, der die Primary School mit Sachmitteln unterstützt. Ein Hauptanliegen in den vergangenen Jahren war die Versorgung von Igolwa mit sauberem Trinkwasser. Jahr für Jahr wird die Bevölkerung von schweren Darmerkrankungen heimgesucht, oft mit tödlichen Folgen. So galt und gilt es, zum einen, die Wasserquellgebiete zu schützen und in den jeweiligen Gebieten Aufforstungen durchzuführen.

Weiterhin haben wir Vermessungen vor Ort für den Bau einer Wasserleitung durchgeführt. Nun besteht die Hoffnung, dass das zuständige Wasserministerium auf Basis dieser Messungen eine Wasserleitung erbauen wird. Parallel suchen wir nach kostengünstigen und für die Bevölkerung vor Ort praktikablen Möglichkeiten der Wasserreinigung.

Besuche

Partnerschaft lebt vom Austausch: 2010 war eine Delegation aus unseren Hamburger Gemeinden in Tansania, und 2011 und 2013 hatten wir wieder Besuch aus Tansania.

Wir haben einen Eindruck von der Kultur des jeweils anderen bekommen, wir haben von einander gelernt und füreinander Verständnis gewonnen. Wir haben miteinander diskutiert und miteinander gebetet.

Die Gemeinschaft hat unseren Horizont erweitert und uns in vielerlei Hinsicht bereichert.