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...der erste Heilige Abend

Weihnachten im Stall

© Foto: Lotz

Ob alt oder jung, Mann oder Frau, alle grüßen dich und freuen sich. Sie stehen vor der Tür der Verheißungskirche und warten, bis drinnen alles vorbereitet wird.

Es ist der Heilige Abend. Für mich mein erster Heiliger Abend in der Gemeinde. Der erste Gottesdienst begann um 14.30 Uhr und ich gehörte zu dem Vorbreitungsteam, das bereits ab 12 Uhr da war. Meine Aufgabe war es, mit einem Team die Weihnachtsatmosphäre in der Kirche herzustellen. Vieles hatten wir bereits an dem Tag davor gemacht.

Der große Tannenbaum musste geschmückt werden: Die Lichterketten wurden in den Baum gehängt, die roten Sterne und roten Kugeln aus Papier ebenso. Jetzt fehlten noch die orangenen und gelben Sterne in den Fenstern, das Friedenslicht auf dem Altar, der Tisch mit den Kerzen vor der Tür, die Liedblätter auf den Sitzen und die Klavierspielerin auf dem Hocker.

Vom Heiligen Abend in der Verheißungskirche habe ich ein grün-goldatmosphärisches Bild im Kopf. Dazu die Worte „Barmherzigkeit & himmlische Freude“. Es wurde gesungen und gebetet, gedankt – Gott gedankt – und verbunden: Mensch mit Mensch und alle mit Gott. Das wollten wir zumindest alle.

Da ich im Iran diese Art eines gemeinsamen Festes & gemeinsamer Freude nie im Zusammenhang mit Religion und Gott erlebt hatte, sondern nur während des iranischen, traditionellen Norouz, dem Neujahrsfest, war es ein ganz besonderes Ereignis für mich als jemand, der sozusagen „nie mit Gott auf einem Fest war ‘‘.

Es gab drei Gottesdienste hintereinander. Und um ehrlich zu sein, war ich erstaunt von den vielen Leuten, die ich sogar samstags in der Gegend nicht gesehen hatte! Neue Gesichter, die ich aus den Sonntagsgottesdiensten nicht kannte! Es war wunderschön und mein Stift ist unfähig, es zu beschreiben. Nach den Gottesdiensten habe ich mein erstes deutsches Weihnachten bei Pastorin Gottsmanns Familie gefeiert. Und ich muss schon sagen, das war was Schönes! Und es hat den Heiligen Abend für mich vollkommen gemacht: Die Geschenke unter dem grünen, lebendigen Baum (ich verrate nur eins und es ist ein handgemachtes Kreuz aus Holz), die Kekse mit Zimt und die Holztiere und Figuren unter dem Baum, die daran erinnern, dass sich die ganze Welt auf Jesus vorbereitet hat. Und wieder das goldene, nicht sehr leuchtende Licht... das dir etwas Besonderes zu sagen hat...

Es ist so, als ob diese Atmosphäre von allein gemacht wurde und keiner musste sich für das alles extra Mühe machen. Denn Gott ist jetzt unter uns...

Best Regards

Amirali Mozafari