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Neue Notunterkunft - Neue Herausforderung

Erster Deutschunterricht in der Papenreye

Vier "erfahrene" Deutschlehrer, vier Neulinge, eine Tennishalle mit über 400 Flüchtlingen und ein paar Bildkarten.

Nach einer kurzen Anmeldung bei den ASB-Leuten ging es in die Halle. Es waren Feldbetten aufgestellt, eine leichte Unterteilung durch Leinen war versucht worden, eine Ecke mit wenigen Tischen und Stromanschluß für Handyladegeräte und etwas freier Raum. Ich hatte es mir voller vorgestellt.

Wir stellten ein paar Tische zusammen und Thomas Wölfing  holte seine Bildkarten hervor. Die ersten Neugierigen sammelten sich schnell. Fragende Gesichter: "Was machen die da?" Also einfach drauflosreden. Begrüßung, Körperteile, Kleidung, Farben, Mann, Frau, Zahlen, Verben.......Wie das halt so ist beim ersten Unterricht.

Ich hab mich schnell mit einer Gruppe etwas abseits gestellt, damit wir uns besser verstehen können. Es waren ca. 10 Personen, leider nur eine Frau. Die Nationalitäten waren Syrien, Afghanistan, Mali, Kamerun, Sierra Leone. Einige konnten ganz gut Englisch, andere Französisch und der Rest Gestik. Auf die Dinge zeigen, vormachen, nachsprechen und ganz viel Lachen. Und immer wieder zurück zu Gelerntem um es zu wiederholen. Mal ging jemand weg, mal schauten andere neugierig zu und blieben stehen.

Es wurden auch immer wieder Fragen gestellt, wie dieses oder jenes heißt und ausgesprochen wird. Natürlich kam die Frage nach Stift  und Papier – „Sorry, haben wir nicht“ - und "Kommt Ihr morgen wieder?"

Fazit:

Es hat Spaß gemacht. Meine Schüler haben tatsächlich schon ein paar Brocken Deutsch gelernt und ich wieder etwas mehr Französisch. Ich bin völlig erschöpft nach zwei Stunden stehen und vorturnen. Rechts und links erklären, indem ich pantomimisch ein abbiegendes Auto war - das war noch die leichteste Übung! Ich hatte das ja schon morgens in der ZEA (Zentralen Erstaufnahme, Niendorfer Straße) beim Deutschunterricht gemacht.

Die Menschen sind so dankbar.

Carolin Pittelkow