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Aktuelles

Kirche in Zeiten von Corona

Liebe Gemeinde,

ganz allmählich und mit Vorsicht findet das Gemeindeleben wieder in Präsenz statt: Die Arbeit mit Konfirmand*innen, Senior*innen, Sänger*innen der Chöre und vieles mehr. Aber nicht alles ist möglich, weil es Beschränkungen gibt z. B. mit Blick auf die Anzahl der Teilnehmenden oder die Art der Veranstaltung. Bitte informieren Sie sich bei den jeweiligen Ansprechpartner*innen, ob ein Angebot, das Sie interessiert, stattfindet.
Die Gottesdienste finden in Form einer Andacht (ca. 40 Minuten) jeden Sonntag in der Kirche am Markt (10 Uhr) und in der Verheißungskirche (11 Uhr) statt sowie am 1. Sonntag im Monat im Immanuelhaus (10 Uhr).
Auch unserer Gemeindebüros sind wieder geöffnet. Jeweils einen Tag pro Woche für Besucher*innen und darüberhinaus zu den bekannten Zeiten per Telefon oder Mail. Einen Überblick finden Sie hier. Für Amtshandlungen (Taufen, Trauungen und Beerdigungen) nehmen Sie bitte wie gewohnt Kontakt mit den Gemeindebüros oder den zuständigen Pastor*innen auf. Wer noch nicht wieder in Präsenz an Veranstaltungen und Gottesdiensten teilnehmen möchte oder kann, findet bei unseren Tipps der "Kirche für zu Hause" einiges, z. B. unseren wöchtentlichen Newsletter mit einer Andacht. Unsere Pastor*innen stehen Ihnen nach wie vor auch telefonisch gerne für Gespräche zur Verfügung.
Wir wünschen Ihnen besonders in dieser Zeit eine gute Gesundheit und freuen uns auf ein Wiedersehen.

Mit Gottes Segen, Ihre Kirchengemeinde Niendorf

Nie wieder!

Erinnerung bewahren — Gegenwart und Zukunft gestalten. Gedenken des 9. November 1938

„Immer wieder ein Weckruf!“, so beschreibt die Violinisten Nele Schmidt diesen Abend, den sie seit vielen Jahren als Musikerin mit Ensemblemitgliedern gestaltet. Auch in diesem Jahr begehen wir das Gedenken der Pogrome anlässlich des Jahrestages des 9.November 1938.

Aufgrund der Pandemie und der Anzahl derer, die diese Feier besuchen möchten, bieten wir zwei Termine an. In der Kirche gelten die vertrauten Schutzmaßnahmen: Das Tragen einer Maske, das Desinfizieren der Hände und das Einnehmen der auf Abstand markierten Plätze. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Gestaltet wird der Abend von Schülerinnen des 10. Jahrgangs des Gynasium Ohmoor, Thomas Ruten, Gymnasium Ohmoor Pastorin Maren Gottsmann, Kirchengemeinde Niendorf, Mitglieder des Esembles Yxalag: Nele Schmidt (Violine), Nicolas Kücken (Gitarre), Lukas Stanovice (Posaune). Der Eintritt ist frei. Um eine Spende für die Jüdische Gemeinde Pinneberg und die musikalische Gestaltung des Abends wird gebeten.

Gedenken des 9. November 1938
09.11.2020
Jeweils um 18:30 und 20:00
Verheißungskirche
Sachsenweg 2

Kirchen-Chronik

Chronik zum 250. Jubiläum der Kirche am Markt. Seit einiger Zeit ist das Buch unter dem Titel „Schön achteckig, mit einer Thurmspitze in der Mitte“ erhältlich.

Der Geschichtsverein Forum Kollau e. V. hat in Kooperation mit der Kirchengemeinde Niendorf eine Kirchen-Chronik erarbeitet. Autorin ist die Kirchenhistorikerin Dr. Veronika Janssen. Es ist ein umfangreiches, reich illustriertes Werk entstanden, das die Geschichte der Kirche im Spiegel der Zeitläufe schildert. Auch Pastor Daniel Birkner, der hier auf dem Foto die Chronik vor der Kirche am Markt in Händen hält, war im Chronik-Team aktiv.
 

Schön achteckig, mit einer Thurmspitze in der Mitte

Die Niendorfer Kirche wurde 1770 eingeweiht und steht seitdem inmitten so großer Veränderungen. Sorgsam gehegt und gepflegt strahlt sie weit über den Stadtteil hinaus. Für ihren 250. Geburtstag haben viele Menschen, die mit ihr und um sie herum leben, ihre Geschichte aufgeschrieben. Entstanden ist unter dem Titel "Schön achteckig, mit einer Thurmspitze in der Mitte" eine lebendige Zeitreise durch die Jahrhunderte des Niendorfer Lebens, versehen mit vielen Hintergründen und Exkursen, reich bebildert und durch historische Dokumente angereichert.

Schön achteckig, mit einer Thurmspitze in der Mitte
1770 - 2020 | 250 Jahre Kirche am Markt zu Niendorf
Chronik der Gemeinde und des Stadtteils Niendorf
224 Seiten, gebunden mit über 300 mehrfarbigen Abbildungen
Veronika Janssen, Edition Forum Kollau 2020
ISBN 978-3-00-065523-4
EUR 24,50

Hier ist die Chronik erhältlich
Die Kirchen-Chronik kann in unseren Gemeindebüros und an folgenden Verkaufsstellen erworben werden:

LOKSTEDT
Asmussen & Schäfer Hörakustik, Vogt-Wells-Straße 8
Kleines Hofcafé, Grelckstraße 19

NIENDORF
Buchhandlung Thalia, Tibarg Center, Tibarg 41
Büchereck Niendorf Nord, Nordalbingerweg 15
HASPA Finanz-Center Niendorf, Tibarg 46-48
Haus der Dame, Tibarg 1a

SCHNELSEN
Schnelsener Büchereck Land- und Seekarten, Glißmannweg 7

EIDELSTEDT
Heymann Bücher, Eidelstedter Platz 1
 

Aktionswoche Klimastreik

Ein Jahr nach dem bislang größten weltweiten Klimaprotest geht „Fridays for Future“ am 25. September 2020 wieder - mit Bedacht auf die Corona-Maßnahmen - auf die Straße.

Die ökumenische Initiative „Churches for Future Hamburg“ solidarisiert sich mit den Zielen von „Fridays for Future“ und ruft hiermit Gemeinden und kirchliche Einrichtungen aus Hamburg und ganz Norddeutschland dazu auf, die Demonstration und die vorherige Aktionswoche zum globalen Klimastreik zu unterstützen

Unsere Aufgabe und Motivation als Christ*innen ist es nicht nur, Verantwortung für Lebensräume zu übernehmen, sondern auch uns und die Gesellschaft zu verändern in Solidarität mit unserer Mitwelt und unseren Mitmenschen, jetzt und in Zukunft.

Churches for Future-Hamburg ist eine Initiative kirchlicher Organisationen und Einrichtungen im Hamburger Raum. Mehr unter: https://churchesforfuturehamburg.de

14.9.-1.10.: Besucht die Ausstellung „Klimaflucht — der Klimawandel hat viele Gesichter“ in der Hauptkirche St. Petri. Mitglieder der Initiative Churches for Future Hamburg sind täglich vor Ort für Gespräche und Führungen. Die feierliche Eröffnung findet am 14.9. um 19 Uhr statt.

Sonntag, 20.9., 15 Uhr: Spielt mit dem Bläserchor vor dem Kohlekraftwerk Moorburg Choräle, um für den Wandel von fossiler zu regenerativer Energie zu protestieren. Interessierte Bläser*innen und Posaunenchöre melden sich bei: Friedhelm Nolte unter +49 1573 1901026, .

Sonntag, 20.9., 17 Uhr: Kommt zum Open-Air Jugendgottesdienst vor der Hauptkirche St. Katharinen „Vorsicht, hier wird an Zukunft geglaubt!“. In Kooperation mit der katholischen und evangelischen Jugend Hamburg. Anmeldung ab dem 10.9. unter www.katharinen-hamburg.de.

20. - 25.9.: Gestaltet Plakate für mehr Klimagerechtigkeit und stellt sie vor die Kirche und Einrichtungen! Ein sichtbares Zeichen für die Unterstützung von „Fridays for Future“. Logos von „Churches for Future Hamburg“ und weitere Ideen gibt es unter www.churchesforfuturehamburg.de.

Schickt uns Fotos der Plakate an , wir veröffentlichen sie auf unseren Kanälen! 25.9., ab 11 Uhr: Schließt euch dem Globalen Klimastreik von „Fridays for Future“ an und feiert solidarische Andachten. Details sind noch offen und werden rechtzeitig auf www.churchesforfuturehamburg.de mitgeteilt.

Aufruf zur Aktionswoche zum globalen Klimastreik

Start des Konfirmandenunterrichts

Auch in diesem Jahr beginnen trotz Corona viele Jugendliche mit dem Konfirmandenunterricht. Wir begrüßen alle 76 Konfirmandinnen und Konfirmanden herzlich in unserer Gemeinde!


HomeChurch - die wöchentliche Andacht

Wir laden Sie herzlich ein in unsere wöchentliche "HomeChurch" oder besser "Kirche für Zuhause", die Sie hier mit einer Andacht unseres Pastor*innen-Teams jede Woche neu auf unserer Webseite finden oder jeden Sonnabend per E-Mail erhalten können.

Gebete, ein Lied, die Lesung des Sonntags und eine kleine Ansprache erhalten Sie mit unserem wöchentlichen Newsletter "Kirche für Zuhause" frei Haus. Zünden Sie sich für Ihre HomeChurch gerne eine Kerze an und stimmen Sie in Gedanken verbunden mit uns ins Gebet ein. Auf Wunsch erhalten Sie unser Angebot auch per Post. Unser Kirchenmusiker*innen begleiten die Lieder der Andachten an der Orgel oder dem Klavier.

Sie möchten eine Andacht lieber hören? Unsere Telefonandachten erreichen Sie unter 040 52105784.
 

Andacht zum 19. Sonntag nach Trinitatis, 18.10.20

Hier können Sie die Andacht zum 19. Sonntag nach Trinitatis von Pastorin Ute Andresen auch als PDF herunterladen.

Herzlich Willkommen zum HomeChurch! Schön, dass Ihr euch, Sie sich die Zeit nehmen, um sich Gottes Wort und meine Gedanken schenken zu lassen. Der Spruch, der uns diese Woche begleiten soll, heißt: Heile du mich, Gott, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen. (Ein Wort vom Propheten Jeremia 17, 14) Auch heute feiern wir Gottesdienst im Namen Gottes, der Quelle, von der wir trinken und uns stärken lassen, im Namen Jesu Christi, der uns immer wieder zu sich ruft und Wege zeigt und im Namen des Heiligen Geistes, der uns mit neuen Erkenntnissen und Leben füttert. Amen.

Psalm 32
Glücklich ist, wer bei Gott alle seine Fehler beichten konnte
und merkte: Ich kann wieder neu anfangen.
Es ist gut, dass Gott uns unser Versagen nicht vorhält
oder aufrechnet, wie Menschen es tun.
In meinem Leben gab es eine ganze Menge, was ich verschweigen
und verheimlichen wollte. Ich hielt das nicht aus. Das tat unwahrscheinlich weh.
Es ist gut, dass Gott uns unser Versagen nicht vorhält
oder aufrechnet, wie Menschen es tun.
Du, mein Gott, hast das ja alles gewusst und durchschaut.
Ich hätte mich vor Scham verkriechen können.
Es ist gut, dass Gott uns unser Versagen nicht vorhält
oder aufrechnet, wie Menschen es tun.
Und dann habe ich mit dir, Gott, geredet, und alles sprudelte heraus, wie es gerade kam.
Es war, als wenn ein Damm gebrochen wäre: So groß war das Gefühl der Erlösung.
Es ist gut, dass Gott uns unser Versagen nicht vorhält
oder aufrechnet, wie Menschen es tun.
Jetzt weiß ich, dass ich mit allem zu dir kommen kann.
Du verstehst mich ganz sicher.
Dann war es als hättest du mir leide gesagt:
Ich will dir helfen, dich zu besinnen, ich zeige dir den Weg, den du gehen kannst, ich selber will dich führen.
Es ist gut, dass Gott uns unser Versagen nicht vorhält
oder aufrechnet, wie Menschen es tun.
Amen.
(in Auszügen zitiert nach „Höre meine Stimme — Die Psalmen“ von Peter Spangenberg)


Der Brief an die Gemeinde in der Hafenstadt Ephesus umfasst sechs Kapitel. Paulus behandelt hier das große Thema: Gemeinde. Er beschreibt, warum es die Gemeinde Jesu Christi überhaupt gibt. Welchen Weg sie einschlagen und wie sie sich untereinander verhalten soll. Welche Stellung die Frau zum Mann, das Kind zu den Eltern, der Mann zur Frau einzunehmen hat (Kapitel 5). Er spricht von der Entfaltung des/der einzelnen und vom Leben in der Gemeinde. Im 4. Kapitel geht es um den neuen Wandel der Gemeinde. Paulus gibt hierfür verschiedene Tipps.

Paulus schreibt an die Gemeinde in der Stadt Ephesus (4. Kapitel, 22-32) und wir lesen:
22 Ihr sollt euer altes Leben wie alte Kleider ablegen. Folgt nicht mehr euren Leidenschaften, die euch in die Irre führen und euch zerstören.
23 Lasst euch in eurem Denken verändern und euch innerlich ganz neu ausrichten.
24 Zieht das neue Leben an, wie ihr neue Kleider anzieht. Ihr seid nun zu neuen Menschen geworden, die Gott selbst nach seinem Bild geschaffen hat. Jeder soll erkennen, dass ihr jetzt zu Gott gehört und so lebt, wie es ihm gefällt.
25 Belügt einander also nicht länger, sondern sagt die Wahrheit. Wir sind doch als Christen die Glieder eines Leibes, der Gemeinde von Jesus.
26 Wenn ihr zornig seid, dann ladet nicht Schuld auf euch, indem ihr unversöhnlich bleibt. Lasst die Sonne nicht untergehen, ohne dass ihr einander vergeben habt.
27 Gebt dem Teufel keine Gelegenheit, Unfrieden zu stiften.
28 Wer bisher von Diebstahl lebte, der soll sich jetzt eine ehrliche Arbeit suchen, damit er auch noch Notleidenden helfen kann.
29 Redet nicht schlecht voneinander, sondern habt ein gutes Wort für jeden, der es braucht. Was ihr sagt, soll hilfreich und ermutigend sein, eine Wohltat für alle.
30 Tut nichts, was den Heiligen Geist traurig macht. Als Gott ihn euch schenkte, hat er euch sein Siegel aufgedrückt. Er ist doch euer Bürge dafür, dass der Tag der Erlösung kommt.
31 Mit Bitterkeit, Wutausbrüchen/ Erregbarkeit und Zorn sollt ihr nichts mehr zu tun haben. Schreit einander nicht an, redet nicht schlecht über andere und vermeidet jede Feindseligkeit. 32 Seid vielmehr freundlich und barmherzig und vergebt einander, so wie Gott euch durch Jesus Christus vergeben hat.

(Übersetzung: Hoffnung für alle)


Predigt:
Liebe Frauen und Männer der HomeChurch,

als ich den Predigttext las, war mein erster Satz, den ich aufgeschrieben habe: Eigentlich muss ich doch jetzt gar nichts mehr sagen, denn der Brief an die Gemeinde in Ephesus gibt klare Anweisungen, wie wir uns zu verhalten haben, wie ein gemeinsames Leben gelingen kann: Zürnt nicht, stehlt nicht, rechnet eure Schuld nicht gegenseitig auf, redet nicht schlecht voneinander, arbeitet mit euren eigenen Hände und gebt dann denen etwas ab, die nicht so viel haben.

Paulus benutzt zum Verständnis ein alltägliches Bild: den Kleiderwechsel. Jeden Tag ziehen wir uns an und aus, überlegen welche Kleidung zu welchem Anlass passt: Abendkleid für den Ball, Jogginghose zum Sport, Sonntagskleidung zum Gottesdienst, ein Taufkleid zur Taufe. Die Konfirmand*innen, die ich im Plöner See getauft habe, fanden es zunächst doof in einem bodenlangen weißen Gewand mit einem riesigen lila Kreuz auf der Vorderseite zur Taufstelle zu gehen, aber je näher sie dem See und den anderen kamen, desto stolzer wurden sie und freuten sich auf ihren besonderen Moment. Ein Kleiderwechsel macht deutlich: Hier passiert etwas Besonderes! Glauben verändert. Taufe verändert. Aber stimmt es so? Verändert die Taufe wirklich? Die meisten evangelischen Christ*innen wurden als Kleinkinder getauft und erinnern sich an diesen besonderen Moment nicht mehr. Ehrlich gesagt, ich fing erst lang nach meiner Taufe und Konfirmation an zu glauben — mein Glaube hat sich langsam entwickelt. Wenn ich sagen sollte, was sich mit dem Glauben in meinem Leben verändert hat, dann würde ich antworten, dass ich seither lache. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich vorher gelacht habe — was sicherlich nicht stimmt — aber Glauben heißt für mich Lachen, heißt Leichtigkeit, Vertrauen, heißt Fröhlichkeit und Freiheit. Wenn ich jetzt an diese Zeit zurückdenke, dann scheint es mir, als habe ich ganz langsam in und mit der kirchlichen Jugendgruppe ein neues Kleid angezogen. Es ist nicht so, dass man es ein für alle Mal „hat“, sondern es ist ein Wachsen und ein Bewältigen von Durststrecken, ein Werden und ein Scheitern, um dann noch einmal neu starten, um auch durch das Scheitern zu wachsen!

Paulus gibt im Epheserbrief Tipps, wie ein Leben in der Gemeinde, in der Gemeinschaft, im Alltag gelingen kann. An diesem Briefabschnitt fasziniert mich, dass er nur ganz kurz das negative anspricht, um dann um so länger einen positiven Weg aufzuzeigen. Vers 25: „Belügt einander nicht länger, sondern sagt die Wahrheit“. Paulus setzt die Lüge an die erste Stelle seiner Aufzählung! Denn die Auswirkungen einer Lüge sind gravierend: Sie zerstört, wenn sie auffliegt, das Vertrauen und es dauert lange bis wieder Zutrauen wächst. Eines der schönsten Worte im Johannesevangelium ist für mich: „Die Wahrheit wird euch frei machen“. Es ist nicht leicht, immer die Wahrheit zu sagen und es kommt auf das WIE an. Ein Heidelberger Professor sagte dazu: Man muss die Wahrheit dem anderen hinhalten, wie einen Mantel, in den er/sie hineinschlüpfen kann — nicht wie ein Waschlappen, den man anderen um die Ohren haut.

Paulus schreibt weiter in Vers 28 „Wer bisher von Diebstahl lebte, der soll sich jetzt eine ehrliche Arbeit suchen, damit er auch noch Notleidenden helfen kann“. Ein wunderlicher Satz? Eigentlich nein, denn zu den ersten Christ*innen gehörten auch viele Kleinkriminelle, die sich in der Gemeinde Hoffnung auf eine bessere Zukunft machten. Paulus fordert sie auf, sich eine ehrliche Arbeit zu suchen, niemanden mehr zu schaden, sondern sich ein Leben von der eigenen Hände Arbeit aufzubauen, um darüber hinaus auch den Notleidenden helfen zu können. So wie wir, wenn wir unserem Nächsten spenden oder in der sonntäglichen Kollekte von dem abgeben, was wir entbehren können.

In Vers 29 heißt es „Redet nicht schlecht voneinander, sondern habt ein gutes Wort für jeden und jede, der/die es braucht. Was ihr sagt, soll hilfreich und ermutigend sein, eine Wohltat für alle“. In dieser Übersetzung ist es nett ausgedrückt. Luther sagt: Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Munde kommen! Verpestet also nicht die Luft mit ungenießbaren Reden, indem ihr einander schlecht macht. Verbreitet keine faulige, stinkende Atmosphäre in eurer Umgebung. Wer schlecht über andere spricht, sie mobbt, zerstört das Vertrauen. Es entsteht Unsicherheit: „Wenn er oder sie im Moment schlecht über xy spricht,“ ? und Angst: „Was wird dann irgendwann hinter meinem Rücken über mich gesprochen?“ Misstrauen wächst. Doch letztendlich fällt das faulige Geschwätz auf den Menschen zurück, denn er/sie verliert die Anerkennung und Achtung der anderen. Darüber hinaus werden die hilfreichen Strukturen, die Menschen für ein vertrauensvolles Leben brauchen, in ihren Grundfesten angegriffen.

Zieht den Glauben an, wie ein neues Kleid, heißt es bei Paulus und legt ab, was euch und anderen das Leben schwer macht. Er will mit seinen Hinweisen weder die Gemeinde in Ephesus noch uns kleinmachen, sondern zeigt lediglich Wege für ein gemeinsames Leben auf: *Achtet aufeinander *seid sensible *nehmt euch lieber einmal mehr zurück und überdenkt eure Reaktion *und dann redet Wahrheit, die ihr wie einen Mantel euren Nächsten hinhaltet.

Hier könnte schon ein Amen stehen.

Es gibt allerdings noch einen spannenden Gedanken in Vers 31: Denn hier kommt es zu einer interessanten Reihung: Bitterkeit, Wut, Zorn, Geschrei und Lästerungen. Es ist eine Aufzählung von Gemütsbewegungen des/der einzelnen: Wenn man Dinge in sich reinfrisst und es nicht schafft, einen Streit, eine Kränkung zu benennen, dann wird der Mensch langsam bitter und bitterer. Irgendwann beginnt die Wut zu brodeln und sucht sich ein Ventil im Zorn, der zu Geschrei führen kann. Das Ende der inneren Entwicklung ist dann das Lästern über andere Menschen. Und wie oben beschrieben, zerstört Mobben und Schlechtreden das Zusammen-gehörigkeitsgefühl. Paulus vergisst der Gemeinde in seinem Brief nicht einen Ausstieg aus diesen Eskalationsstufen des Inneren mitzugeben, Vers 26: Wenn ihr zornig seid, dann lasst die Sonne nicht darüber untergehen. Sondern sprecht miteinander und dann vergebt einander — so wie auch Gott vergibt und immer wieder einen neuen Anfang mit euch wagt. Im Vater Unser formulieren wir dieses als Bitte. Wir sind auf dem Weg und wir sind nicht allein: Es finden sich immer wieder Glaubensgeschwister, denen wir uns anvertrauen können, und Gott, der durch den Heiligen Geist versprochen hat bei uns zu sein. In Vers 30 heißt es: „Er ist doch euer Bürge dafür, dass der Tag eurer Erlösung kommt!“
In diesem Sinne: Amen

Da wohnt ein Sehnen tief in uns (Zwischen Himmel und Erde, 209)
Ref. Da wohnt ein Sehnen tief in uns, o Gott,
nach dir, dich zu sehn, dir nah zusein.
Es ist ein Sehnen, ist ein Durst nach Glück,
nach Liebe, wie nur du sie gibst.
1. Um Frieden, um Freiheit, um Hoffnung bitten wir.
In Sorge, im Schmerz — sei da, sei uns nahe, Gott.

Ref.
2. Um Einsicht, Beherztheit, um Beistand bitten wir.
In Ohnmacht, in Furcht — sei da, sei uns nahe, Gott.

Ref.
3. Um Heilung, um Ganzsein, um Zukunft bitten wir.
In Krankheit, im Tod — sei da, sei uns nahe, Gott.

Ref.
4. Dass du, Gott, das Sehnen, den Durst stillst, bitten wir.
Wir hoffen auf dich — sei da, sei uns nahe, Gott.
Ref.
(Text und Melodie: Anne Quigley / deutsch: Eugen Eckert)

Fürbitte
Gott, wir bitten dich, hilf uns in unsere neuen Kleider,
dass wir ein waches Auge auf die Wahrheit haben.
Gott, kleide uns neu ein.
Gott, wir bitten dich, hilf uns in unsere neuen Kleider,
dass wir offene Ohren für Seelennöte und Schmerzen der anderen haben.
Gott, kleide uns neu ein.
Gott, wir bitten dich, hilf uns in unsere neuen Kleider,
dass wir starke Arme für die haben, die schwach sind.
Gott, kleide uns neu ein.
Gott, wir bitten dich, hilf uns in unsere neuen Kleider,
dass wir aufmerksam auf die Natur blicken und uns einschränken, wo es nottut.
Gott, kleide uns neu ein.
Gott, wir bitten dich, hilf uns in unsere neuen Kleider,
in der Stille bitten wir um die Garderobe, die zu uns passt und denken aber auch an die Stellen, an denen es noch zwickt:
STILLE
Alle unseren Dank und unsere Bitten kleiden wir in das Vater Unser
Vater unser
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld.
Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich,
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen
Segen:
Gottes Hände segne uns und trage uns.
Gottes Wort leuchte uns den Weg.
Gottes Geist stärke unseren schwachen Mut.
Gottes Mantel bedecke uns in kalten Zeiten.
Gottes Liebe durchwärme unser Herz und
Gottes Lachen schenke uns Fröhlichkeit — ohne Ende!
Amen!

Andacht zum 18. Sonntag nach Trinitatis, 11.10.20

Hier können Sie die Andacht zum 18. Sonntag nach Trinitatis von Pastor Daniel Birkner auch als PDF herunterladen.

Im Namen Gottes — seine Gebote verkünden seinen Willen
Im Namen Jesu Christi — er lehrt in Wort und Tat, Gott und die Menschen zu lieben
Im Namen des Heiligen Geistes — er gibt uns den Mut und die Liebe nach Gottes Wort zu leben

Liebe Gemeinde!
„Dies Gebot haben wir von ihm, dass wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe.“
So lautet der Wochenspruch und gibt das Thema vor, sich über die Gebote, die Lebensregeln, die mit dem Glauben an Gott verbunden sind, Gedanken zu machen.
Sind Gottes Gebote schwer zu verstehen? Gelten für gläubige Christinnen und Christen grundsätzlich andere Gebote als für andere Menschen? Wer theologische Diskussionen verfolgt, kann vielleicht den Eindruck bekommen: an Gott zu glauben und seinen Geboten zu folgen, ist eine komplizierte Sache. Ich meine, mit dem heutigen Predigttext können wir aufatmen und lernen: Es ist nicht so! Mich begleitet seit einigen Jahren der schöne Satz: „Herz öffnen, statt Kopf zerbrechen.“ Und in diesem Sinne wünsche ich Dir und Euch eine schöne Andacht, wann oder wo immer Du oder Ihr sie feiert.

Eingangsgebet
Gebietender Gott
Du gibst uns Worte der Weisung
damit wir Wege und Grenzen erkennen.
Erlösender Gott
Du schenkst uns Worte der Freiheit
damit wir in Fülle und Freude leben.
Vollendender Gott
Du verkündest Worte des ewigen Friedens
und legst sie uns ans Herz
Fülle damit unseren Mund
Leite damit unseren Willen
Stärke damit unseren Geist.
Amen
Der Predigttext für die heutige Andacht ist ein Abschnitt aus dem 30. Kapitel des 5. Buch Mose. Mose hat seinem Volk in einer langen Rede noch einmal die Gebote Gottes dargestellt. Die Gebote, die Thora, sind Gottes Lebensordnung für sein Volk. Es ist eine Lebensordnung, die helfen soll in Frieden mit Gott und mit dem Nächsten zu leben, die dazu dienen soll, ein erfülltes Leben zu führen. So sagt Mose: „Haltet ihr euch daran, wird euer Leben gesegnet sein, haltet ihr euch nicht daran, wird es schlimm enden.“ Und dann sagt er:

11 Das Gebot, das ich dir heute gebiete, ist dir nicht zu hoch und nicht zu fern. 12 Es ist nicht im Himmel, dass du sagen müsstest: Wer will für uns in den Himmel fahren und es uns holen, dass wir es hören und tun? 13 Es ist auch nicht jenseits des Meeres, dass du sagen müsstest: Wer will für uns über das Meer fahren und es uns holen , das wir es hören und tun? 14 Denn es ist das Wort ganz nahe bei dir in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust.
(5.Mose, 30,11-14/Ich danke der Lektorin Martina Kaul, die so freundlich war, den Predigttext für mich abzuschreiben)

Predigt:
Es gibt Bibeltexte, liebe Gemeinde,
da bin ich einfach froh, dass es sie gibt. Warum? Weil sie für mich etwas auf den Punkt bringen, was mir wichtig ist. Der heutige Predigttext ist so einer, denn er sagt: Die Lebensregeln des christlichen Glaubens sind für uns Menschen nicht zu hoch, dass wir sie nicht verstehen könnten. Jede und jeder kann sie begreifen; und sie kommen nicht von Ferne auf uns zu. Sie sind uns ganz nah — sie sind uns ins Herz geschrieben. Ich finde es sehr hilfreich, dass das mal so klar gesagt wird. Das räumt mit Missverständnissen auf. Viele Menschen haben den Eindruck, der christliche Glaube sei schwer zu verstehen und seine Lebensregeln würden von einem gläubigen Menschen ganz ungewöhnliche Leistungen fordern. Aber das ist nicht so. Es ist gar nicht kompliziert. Wer sich die 10 Gebote anschaut, findet die üblichen Lebensregeln des Glaubens und Miteinanderlebens. Als Jesus gefragt wird, welches denn das wichtigste Gebot sei, fasst er es bekanntlich so zusammen: „Du sollst Gott lieben und deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Die christlichen Lebensregeln unterscheiden sich damit weder von denen anderer Hochreligionen, noch von denen, die die Philosophie formuliert oder ein guter Humanismus. Was der christliche Glaube im Kern seiner Ethik lehrt, sind keine exklusiven Gebote, die aus dem Himmel kommen oder von irgendwo hinter dem Horizont. Es sind die Regeln, die uns ganz nah sind. Sie entspringen nicht dem Himmel, sondern dem Herzen. Sie kommen nicht von weit her, sondern sie lehren das Naheliegende.

Denn es ist das Wort ganz nahe bei dir in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust.

Worte wie Achtsamkeit und Respekt und Gerechtigkeit sind aktuell in aller Munde. Doch sie müssen eben auch von Herzen kommen. Denn nur wenn sie von Herzen kommen, folgt der entscheidende Schritt. „Dass du es tust!“ „Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es“. Dieser Satz, der Erich Kästner zugeschrieben wird, bringt es gut auf den Punkt. Dabei ist es eigentlich ganz gleich, aus welcher Quelle der Motivation wir in Nächstenliebe handeln: ob es unser Glaube ist, eine philosophische Erkenntnis oder einfach Herzlichkeit und pure Menschenfreundlichkeit. Hauptsache, du tust es!

Gibt es nun gar nichts, was die christliche Haltung von anderen ethischen Grundhaltungen unterscheidet? Vielleicht das: In meinen Augen ist Jesus einen entscheidenden Schritt weiter gegangen. Dieser Schritt entspringt dem Glauben an den einen Gott, der der Schöpfer aller Menschen ist. Jesus fordert, dass sich unsere Liebe bedingungslos auf alle Menschen beziehen soll. Wirklich auf alle! Sogar auf die Feinde, wie Jesus in der Bergpredigt fordert.

Jesus hat die Liebe bedingungslos auf alle Menschen bezogen und hat die damals geltenden gesellschaftlichen Barrieren deshalb alle niedergerissen: er hat Kranke geheilt, die als unrein galten und auch den Diener des römischen Hauptmanns und damit einen erklärten Feind; er hat Menschen eingeladen, die außerhalb der Gesellschaft standen, und hat auch die gespeist, die nicht zu seinem Volk gehörten. Die Liste der Beispiele ist verlängerbar. Gottes Liebe gilt bedingungslos allen Menschen. Das lehrt Jesus und das lebt Jesus. Diese Liebe sagt eben nicht: „Liebe nur Menschen deines Volkes.“ Sie sagt eben nicht: „Liebe nur den, der so glaubt, so denkt und fühlt und lebt wie du.“ Eine solche Liebe fängt auch nicht kleinlich an zu rechnen, ob 150 Flüchtlinge aus dem Lager Moria wohl zu verkraften seien; nein, eine solche Liebe sagt: „Allen muss geholfen werden!“ Eine solche Liebe sagt uns Christen hier in Hamburg nach der Attacke auf einen jüdischen Mitbürger diese Woche: „Wir müssen uns als Christen dafür einsetzen, dass Juden in unserer Stadt in Frieden leben und ihrem Glauben ohne Angst nachgehen können.“ Es geht um das Naheliegende. Wenn du dein Herz öffnest, wirst du selbst im täglichen Leben Möglichkeiten entdecken, - „Dass du es tust!“ Dazu gebe dir dein Glaube den Mut und die Liebe die nötige Kraft.
Amen


So ist die Woche nun geschlossen/Melodie: Wer nur den lieben Gott lässt walten (EG 638):
1. So ist die Woche nun geschlossen,
doch treuer Gott, dein Herze nicht;
wie sich dein Segensquell ergossen,
so bin ich noch der Zuversicht,
dass er sich weiterhin ergießt
und unerschöpflich auf mich fließt.

2. Hat mich bei meinen Wochentagen
das liebe Kreuz auch mit besucht,
so gabst du auch die Kraft zum Tragen
zudem es ist voll Heil und Frucht
in deiner Liebe, Herr, zu mir,
und darum dank ich auch dafür.

3. Mein Glaube hält an diesem Segen
und will also den Wochenschluss
vergnügt und froh zurückelegen,
da mich der Trost erquicken muss;
dass ich ja soll in Christus dein
und schon in Hoffnung selig sein.

Fürbitte
Deine Gebote,
Gott,
sind kluge Weisungen für unser Leben. Wenn wir danach leben, wird Vieles im Leben gelingen und mit tiefer Freude erfüllt sein.
Danke, dass Du uns mit den Geboten hilfst, Orientierung zu finden
und ein Ziel in den Blick zu nehmen: dass wir am Reich deines Friedens mitgestalten.
Hilf uns, dass wir es tun!
Denn wie schwer fällt es uns oft, nach den Geboten zu leben?
Wir sollen Dich ehren und laufen so vielen anderen Göttern nach.
Wir sollen Dich ehren und vergessen Dich in unserem Alltag.
Wir sollen Dich ehren und stiften gedankenlos Unfrieden.

Du begegnest uns in Menschen, doch wir lassen es zu, dass sie verfolgt werden.
Du begegnest uns in Menschen, doch unsere Vorteile stempeln sie ab.
Du begegnest uns in Menschen, aber wir sind neidisch und voller Misstrauen.
Das Leben scheint oft sehr kompliziert. Deine Liebe ist es nicht.
Du schenkst Vergebung. Wir können neu anfangen. Jetzt. Und du weißt auch wie.
In deiner Liebe und mit deinen Geboten.
Lass es mich noch einmal hören: Denn es ist das Wort ganz nahe bei dir in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust.
So erfülle unser Herz mit deinem Geist der Liebe und Friedens,
fülle unseren Mund mit freundlichen Worten
und hilf uns: dass wir es tun!
Amen
Vater unser
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld.
Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich,
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen
Segen:
Gott segne uns und behüte uns.
Gottes Wort leuchte uns den Weg.
Gottes Geist sei uns Schutz und Schirm vor allem Bösen,
Stärke und Hilfe zu allem Guten.
Gott schaue uns freundlich an und gebe uns Frieden.
Amen

Andacht zum Erntedankfest, 04.10.20

Hier können Sie die Andacht zum Erntedankfest von Pastorin Maren Trautmann auch als PDF herunterladen.

Der Friede Gottes sei mit uns!
Herzlich willkommen zur Newsletter-Andacht ganz gleich wo und wann Sie sie lesen und feiern.
Heute ist alles geprägt von einem großen Danke. Am Erntedankfest besinnen wir uns darauf, dass wir zwar viel schaffen, aber nicht alles uns selbst verdanken.

Zur Einstimmung hören wir von dem virtuellen Projekt unserer Gemeinde „Schenk uns deine Stimme“ folgende Liedstrophe:
„Nun lasst uns Gott dem Herren Dank sagen und ihn ehren für alle seine Gaben, die wir empfangen haben.“

Aus Psalm 104 — Übersetzung aus der Bibel in gerechter Sprache
Segne die Eine, du meine Lebenskraft! Die Eine, meine Gottheit — so groß bist du!
Majestät und Glanz kleiden dich.
Die sich in Licht hüllt wie in einen Umhang,
den Himmel ausspannt wie eine Zeltbahn.
Gegründet hat sie die Erde auf ihren Fundamenten,
dass sie nicht wanke — immer und alle Zeit.
Die Berge tränkst du aus deiner hohen Wohnung,
von der Frucht deiner Werke wird die Erde satt.
Du lässt Gras wachsen für das Vieh
und Pflanzen für die Arbeit der Menschen,
um Brot aus der Erde hervorzubringen,
dazu Wein — er erfreut das menschliche Herz —,
Öl, um die Gesichter glänzen zu lassen,
und Brot, um das menschliche Herz zu stärken.
Wie viele sind deine Werke, du, die Eine!
Alles hast du in Weisheit gemacht.
Voll ist die Erde von deinen Geschöpfen.
Alle warten auf dich, dass du ihnen Nahrung gibst zu ihrer Zeit.
Du gibst ihnen — sie sammeln ein.
Du öffnest deine Hand — sie werden satt an Gutem.
Du schickst deine Geistkraft — sie werden geschaffen,
neu machst du das Angesicht des Erdbodens.
Die strahlende Macht der Einen für immer!
Die Eine freue sich an ihren Geschöpfen.
Segne die Eine, du meine Lebenskraft!
Hallelujah! Lobt Jah!
Danke einen Schritt weiter gedacht ist das Teilen. Es kann Wunder vollbringen. Davon erzählt das Evangelium für den Erntedanktag.

Bei Markus im 8. Kapitel lesen wir von der Speisung der Viertausend:
1 Zu der Zeit, als wieder eine große Menge da war und sie nichts zu essen hatten, rief Jesus die Jünger zu sich und sprach zu ihnen: 2 Mich jammert das Volk, denn sie harren nun schon drei Tage bei mir aus und haben nichts zu essen. 3 Und wenn ich sie hungrig heimgehen ließe, würden sie auf dem Wege verschmachten; denn einige sind von ferne gekommen. 4 Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brot hier in der Einöde, dass wir sie sättigen? 5 Und er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie sprachen: Sieben. 6 Und er gebot dem Volk, sich auf die Erde zu lagern. Und er nahm die sieben Brote, dankte, brach sie und gab sie seinen Jüngern, dass sie sie austeilten, und sie teilten sie unter das Volk aus. 7 Sie hatten auch einige Fische; und er sprach den Segen darüber und ließ auch diese austeilen. 8 Und sie aßen und wurden satt. Und sie sammelten die übrigen Brocken auf, sieben Körbe voll. 9 Es waren aber etwa viertausend; und er ließ sie gehen.

Predigt:
Von Jesu ist der Satz überliefert: „Der Mensch lebt nicht nur vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund geht.“ Er sagt diesen Satz als der vom Teufel versucht wird nach vierzig Tagen des Fastens und Hungerns in der Wüste. Der Teufel will ihn animieren aus Steinen Brot zu machen. Jesus kommt diesem Anliegen nicht nach.
Dabei ist es nicht so dass Jesus den Hunger grundsätzlich abtun würde. Im Evangelium für den Erntedanktag geht es auch ums satt werden und das ist Jesus dieses Mal ein Wunder wert. Jesus sieht, dass die Menschen etwas zu essen brauchen und er sorgt dafür, dass sie es bekommen und teilen. Man kann also wahrlich nicht behaupten, es sei Jesus gleichgültig, wie es um ihren Hunger bestellt ist. Der Mensch braucht Beides: Wort und Brot. Geistige/geistliche Nahrung und leibliche, Kultur und Erwerb. In diesen Zeiten wird ja oft darüber diskutiert, was und wer systemrelevant. Aber gerade auch in diesen Zeiten erleben wir: Leib und Seele gehören zusammen und alle Maßnahmen gegen die Pandemie müssen mühsam austariert und ausdiskutiert werden und Leib und Seele, Kultur und Wirtschaft, Allgemeinwohl und individuelles Recht sollen möglichst nicht gegeneinander ausgespielt werden. Wir leben nicht vom Brot allein, aber ohne Brot ist auch alles nichts.

Brot gibt es bei uns in Hülle und Fülle und ebenso alles andere, wofür wir traditionell an Erntedank Danke sagen: Die Früchte der Bäume und der Felder, auch Fleisch und Fisch, sauberes und sehr günstiges Trinkwasser — alles da. Es ist alles so selbstverständlich und in solchem Überfluss vorhanden, dass der Dank darüber in der Regel zu kurz kommt. Aber Dank für die Ernte bedeutet auch Respekt haben für die Natur und für die, die das alles mühsam erarbeiten. Erntedank. Dank für das, wovon wir leben. Erst in den letzten Jahren bekommen wir ja auch hierzulande mit, dass reiche Ernten nicht selbstverständlich sind. Die Bauern kämpfen mit Trockenheit und Hitze, die Bäume in unseren Städten leiden ebenso wie die Wälder außerhalb. Wir spüren schon jetzt, wie sich das Klima verändert. Wie sich wohl die heimische Landwirtschaft in den nächsten Jahrzehnten verändern wird, frage ich mich. Was wird dann den Erntedankaltar schmücken?

Für mich ist der zweite Teil des Dankens das Teilen. So wie es im Evangelium beschrieben wird. Jesu gibt und die Menschen teilen. Es scheint tief in uns verwurzelt zu sein für uns selbst zu sorgen. Die Hamstereinkäufe im Frühjahr dieses Jahres waren ein unschönes Beispiel dafür, aber es war schwer, sich dem zu entziehen. Es ist darum eine große Aufgabe für uns, unser Ich-Denken zu überwinden und einen Schritt weiterzugehen zum Wir. Die Welt ist alles andere als perfekt, aber wir Menschen haben das Zeug dazu sie besser oder schlechter zu machen als sie ist. Wir können beides. Wir haben Fähigkeiten, die wir zum Guten oder Schlechten oder für gar nichts einsetzen können. Dass es an uns liegt, was wir aus dem machen, was uns geschenkt ist, was wir zur Verfügung machen, das erzählt ganz wunderbar passend zu Erntedank folgende Geschichte, von der mir der Verfasser leider unbekannt ist:

Ein junger Mann betrat im Traum einen Laden.
Hinter der Theke stand ein Engel.
Hastig fragt er ihn: „Was verkaufen Sie, mein Herr?“
Der Engel antwortete freundlich: „Alles, was Sie wollen.“
Der junge Mann begann aufzuzählen: „Dann hätte ich gern
das Ende aller Kriege in der Welt,
bessere Bedingungen für die Randgruppen der Gesellschaft,
Beseitigung der Elendsviertel in Lateinamerika,
Arbeit für die Arbeitslosen,
mehr Gemeinschaft und Liebe in der Kirche
und ...
und ...“
Da fiel ihm der Engel ins Wort:
„Entschuldigen Sie, junger Mann, Sie haben mich falsch verstanden.
Wir verkaufen keine Früchte, wir verkaufen nur den Samen.“
Diese Geschichte passt für mich auch zu 30 Jahren Deutsche Einheit und 75 Jahre Leben im Frieden hier und in weiten Teilen Europas. Wir haben viele Gründe dankbar zu sein dafür wie wir leben können und wir müssen aber daran bleiben, dass die Saat des Gemeinsamen und der Menschlichkeit immer wieder aufgeht und die Früchte unseres Bemühens geerntet werden können.
Amen


Lied: Wir pflügen und wir streuen (EG 508, gespielt von Christian Halberstadt):
1) Wir pflügen, und wir streuen
den Samen auf das Land,
doch Wachstum und Gedeihen
steht in des Himmels Hand:
der tut mit leisem Wehen
sich mild und heimlich auf
und träuft, wenn heim wir gehen,
Wuchs und Gedeihen drauf.

Refrain: Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt
und hofft auf ihn!

2) Er sendet Tau und Regen
und Sonn- und Mondenschein,
er wickelt seinen Segen
gar zart und künstlich ein
und bringt ihn dann behende
in unser Feld und Brot:
es geht durch unsre Hände,
kommt aber her von Gott.

Refrain

3) Was nah ist und was ferne,
von Gott kommt alles her,
der Strohhalm und die Sterne,
der Sperling und das Meer.
Von ihm sind Büsch und Blätter
und Korn und Obst von ihm,
das schöne Frühlingswetter
und Schnee und Ungestüm.

Refrain

4) Er läßt die Sonn aufgehen,
er stellt des Mondes Lauf;
er läßt die Winde wehen
und tut den Himmel auf.
Er schenkt uns so viel Freude,
er macht uns frisch und rot;
er gibt den Kühen Weide
und unsern Kindern Brot.
Refrain

Fürbitte aus dem Zentrum für Mission und Ökumene — Nordkirche weltweit
Gott, Schöpferin des Lebens, Du hast uns so reich beschenkt — mit einer Welt voller Wunder,
einer unglaublichen Vielfalt von Arten, Tieren und Pflanzen! Danke!
Du hast uns einen Lebensraum gegeben, der uns mit allem versorgt, was wir brauchen.
Wir danken dir für die Früchte dieses Jahres, für all die Nahrung, die in diesem Jahr gewachsen ist und Milliarden von Menschen ernährt. Was für eine Fülle!
Und doch gelingt es uns nicht, diese Fülle gerecht zu verteilen.
Täglich sterben Tausende an Hunger, während andere durch ihr Übergewicht krank werden.
Der menschengemachte Klimawandel zerstört den Lebensraum von Millionen von Menschen.
Und dennoch fällt es uns so schwer, unseren Konsum zu beschränken.
Gott wir bitten dich für all die Menschen weltweit, die unter Hunger leiden -
in Jemen und Guatemala, in Indonesien und in der Zentralafrikanischen Republik, in Nordkorea, im Tschad und besonders auch in unseren Partnerkirchen, wo Überschwemmungen, Heuschreckenplagen und die Folgen der Corona-Pandemie die Situation verschärft haben. Gib, dass sie schnell Hilfe bekommen und ihr Hunger gestillt wird.
Rühre unsere Herzen an, hilf uns, unser Verhalten zu verändern, und gib uns Mut und Ausdauer, einzutreten für eine gerechtere Welt.
Amen
Vater unser
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld.
Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich,
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen
Segen:
Gott segne uns und behüte uns.
Gottes Wort leuchte uns den Weg.
Gottes Geist sei uns Schutz und Schirm vor allem Bösen,
Stärke und Hilfe zu allem Guten.
Gott schaue uns freundlich an und gebe uns Frieden.
Amen

Andacht zum 16. Sonntag nach Trinitatis, 27.09.20

Hier können Sie die Andacht zum 16. Sonntag nach Trinitatis von Pastorin Ute Andresen auch als PDF herunterladen.

Herzlich willkommen zur Home-Church!
Wie schön, dass Sie, dass Ihr heute wieder dabei seid; wo und zu welcher Zeit auch immer. Nun ist der Moment, um sich Zeit zu nehmen, zu beten, Gedanken zu teilen, zu singen oder einfach still zu sein. Es ist Zeit sich von Gottes Geist beschenken zu lassen. Heute geht es um den „Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“ (2. Timotheus 1,7).

Wir feiern Gottesdienst
im Namen Gottes, der Quelle des Lebens,
im Namen Jesu Christi, der den Geist als Tröster und Beweger versprochen hat
und im Namen des Heiligen Geistes, der Bewegung ins Leben bringt, Schönes zu bewahren und Neues auszuprobieren.
Amen.
Wir beten wieder gemeinsam Psalm 112:
Wohl denen, die ein offenes Herz haben und freimütig aushelfen.
Denn sie werden alle Zeiten überstehen, und sie werden gerecht sein und die Liebe, die sie verschenkt haben, kehrt für alle Zeiten zu ihnen zurück.
Wohl denen, die ein offenes Herz haben und freimütig aushelfen.
Böse Verleumdungen können ihnen nichts anhaben, ihr Herz vertraut auf Gott.
Wohl denen, die ein offenes Herz haben und freimütig aushelfen.
Sie finden Trost und fürchten sich nicht, bis Gott gegen ihre Widersacher und Gegnerinnen gewonnen hat.
Wohl denen, die ein offenes Herz haben und freimütig aushelfen.
Sie aber streuen aus und geben den Armen, ihre Gerechtigkeit gewinnt die Oberhand. Ihr Leben wird vielen Menschen Kraft schenken
Amen
(nach Holger Mingram in: Der Gottesdienst: liturgische Texte in gerechter Sprache, Bd. 3 Die Psalme, hg. V. E. Domay und H Köhler)

Im 2. Brief an Timotheus im 1. Kapitel, in den Versen 7 - 10 lesen wir:
7 Denn Gott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. 8 Schäm dich also nicht, dich in aller Öffentlichkeit zu unserem Herrn Jesus Christus zu bekennen. Halte weiter zu mir, obwohl ich jetzt für ihn im Gefängnis bin. Sei auch du bereit, für die rettende Botschaft zu leiden. Gott wird dir die Kraft dazu geben. 9 Er hat uns gerettet und uns dazu berufen, ganz zu ihm zu gehören. Nicht etwa, weil wir das verdient hätten, sondern aus Gnade und freiem Entschluss. Denn schon vor allen Zeiten war es Gottes Plan, uns in seinem Sohn Jesus Christus seine erbarmende Liebe zu schenken. 10 Das ist jetzt Wirklichkeit geworden, denn unser Retter Jesus Christus ist gekommen. Und so lautet die rettende Botschaft: Er hat dem Tod die Macht genommen und das unvergängliche Leben ans Licht gebracht. (Übersetzung aus der Lutherbibel und der „Hoffnung für alle“)

Predigt:
Liebe Geistbeschenkte,
wer die letzten Monate aufmerksam durch die Stadt und auch durch Niendorf gegangen ist, konnte den ersten Vers aus der heutigen Epistel überall lesen:
„Gott gab uns den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit!“
Noch immer hängen große Banner von Kirchtürmen oder stehen aufgespannt an der Straße — leider nicht mehr bei uns, denn irgendjemand wurde durch diesen Vers wohl so angesprochen, dass er/sie das Banner abgeschnitten und mit nach Hause genommen hat.
Die Schriftzüge verheißen Gutes, Segen, Zuspruch und sagen: Gott ist bei dir, wohin du auch gehst, was du auch tust. Gott lässt dich nicht allein. Was auch kommen mag: Fürchte dich nicht!
Das „Fürchte dich nicht“ kommt insgesamt 365mal in der Bibel vor. An jedem Tag des Jahres, jeden Tag unseres Lebens sagt Gott: Fürchte dich nicht. Aber ist damit gesagt, dass Angst im Leben einer Christin, eines Christen kein Platz haben soll? Nein, Angst ist gut, denn sie schafft eine besondere Aufmerksamkeit für unangenehme oder auch bedrohliche Situationen des Lebens: Wenn ich bei grün eine Straße überquere und ein Auto kommt mit gleichbleibender hoher Geschwindigkeit auf mich zu, fürchte ich mich und frage mich, ob die Person am Steuer noch rechtzeitig von seinem/ihrem Smartphone aufblickt, um zu bremsen. Angst macht deutlich, es steht mir etwas Großes bevor: Eine Prüfung, eine Klausur, eine ungewisse Reise oder auch eine unangenehme Begegnung, bei der ich vielleicht meine Schuld eingestehen muss. Angst ist auch ein Indikator für Konstellationen, die ich nicht vollständig kontrollieren kann, deren Ergebnis ich nicht selber in der Hand habe.
Aber, habe ich mein Leben eigentlich ausschließlich selbst in der Hand oder bin ich nicht vielmehr auf andere und auch auf Gott angewiesen?

Wie funktioniert das mit der Angst, mit der Furcht? Kann ich die Angst eines 6-jähriger Junge vor dem nehmen, was sich seinem Bett versteckt? Oder die einer 18.-jährigen, die ein feuchtgeweintes Taschentuch hin- und herdrehen, weil sie sich vor dem Bewerbungsgespräch fürchtet? Ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass ich ihnen ihre Ängste wirklich nehmen kann. Klar, ich kann versuchen, sie zu beruhigen, ihnen sagen, dass es keine Monster gibt und das bestimmt alles gut wird. Ich kann versprechen an sie zu denken oder auch für sie zu beten. Aber die Angst wirklich zu nehmen, kann niemand, denn sie muss von innen heraus angegangen und bekämpft werden. Angst kann lähmen und von Dingen abhalten, die uns im Leben weiterbringen: Also, lasst euch nicht durch die Angst vor dem, was vielleicht sein wird, von einem Leben voller Abendteuer und neuer Erfahrung zurückhalten.

Der Geist der Furcht bzw. das „Fürchte dich nicht“ heißt nicht, dass man sich nicht fürchten soll, sondern, dass man sich trotz Angst und Furcht der Herausforderung stellt, dem Gespräch, der Auseinandersetzung oder auch den vermeintlichen Monstern unseres Lebens. In diese Zeit der Angst und der Furcht schickt Gott den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Das griechische Wort „dynamis“ wird hier mit Kraft übersetzt. Es bedeutet aber auch Stärke, heißt Energie, heißt Bewegung, ist Dynamik. Es geht bei dem Geist der Dynamis darum, nicht in der Furcht bzw. der Angst zu verharren und sich festzufahren, sondern, in Bewegung zu kommen, sich in Bewegung zu setzen und die Furcht im Gehirn, wie im Herzen und auch im Körper anzugehen, einen neuen Standpunkt — im wahrsten Sinne des Wortes — einzunehmen, eine frische Perspektive auf die Angst zu bekommen, ein neues Licht auf ein Problem zu werfen. Gottes Geist weitet den Blick für andere und für anderes, für neue Sichtweisen und Horizonte. Ich gehe oft, wenn sich das Denken in meinem Kopf und Herzen festgefahren hat, spazieren. Ich setze mich in Bewegung, da löst sich die Verhakungen und Verknotungen und es hilft mir wieder klarer zu sehen — oder Predigtgedanken besser fassen zu können. Sich in Bewegung setzen, sich vom Geist Gottes in Bewegung, in Stärke, in Kraft bringen lassen. Dieser Geist der Kraft hilft auch Leiden durchzustehen. Timotheus wird von seiner Gemeinde verbal angegriffen und kleingemacht. Paulus ermuntert ihn, sich deshalb nicht von der Nachfolge und dem Engagement für das Evangelium abbringen zu lassen. So wie er sich auch nicht schämt, für die Botschaft Jesu im Gefängnis sitzen zu müssen. Paulus erkennt in diesen Lebensphasen eine Prüfung, ob sie sich von Gottes Wort und den Zusagen Jesu tragen lassen.
Er spricht in anderen Briefen davon, dass alle Menschen ihr Päckchen zu tragen haben, egal wie glamourös sie ihr Leben vermarkten oder wie supertoll sie sich geben: Jede*r hat mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Niemand geht ganz ohne Blessuren durchs Leben: mehr oder weniger. Sie tragen länger oder kürzer dran. Manche ertragen die körperlichen Leiden lauter — andere wieder stiller, wie die 50 Millionen Menschen weltweit, die an Demenz oder an Alzheimer erkrankt sind und von den meisten nur am Rande wahrgenommen werden.
Um durch das Leiden zu gehen, braucht es Kraft, den Geist der Stärke und manchmal eben auch der Bewegung, der Spaziergänge, um den Kopf wieder frei zu bekommen, um sich dann den täglichen Herausforderungen neu zu stellen.

Gott schenkt den Geist der Liebe — und des Respekts, um dem/der Nächsten achtsam zu begegnen. Man kann wohl nicht alle Menschen gleich lieben und ich sehe auch meine eigenen Grenzen: mit einigen geht es leichter als mit anderen. Manchmal ist es der Klang der Stimme, manchmal sind es die Ansichten, manchmal ...
Auch wenn ich mich darum bemühe: Es herrscht ein Ungleichgewicht in meinem Kopf.
Ein kleines Beispiel: Als ich noch in der Rathauspassage gearbeitet habe, da betreute eine Frau das lange Bücherregal. Und jedes Mal, wenn wir miteinander sprachen, wurde ich richtig aggro. Ich merkte, wie ich immer angespannter wurde, je länger wir uns unterhielten. Ich musste raus, erst einmal Spazierengehen und nach--denken! Bis mir klar wurde: Ich konnte ihre Stimmlage nicht ertragen. Es tat mir in den Ohren weh. Sie konnte nichts dafür. Ich konnte nichts dafür. Ich habe allen Mut zusammengenommen und es ihr gesagt. Sie war zunächst verletzt und verunsichert, weil sie ja nichts dafürkann, wie ihre Stimme klingt. Nach diesem offenen, wenn auch nicht einfachen, Gespräch war es gut. Und das Problem mit ihrer Stimme hatte sich verflüchtigt. Sprechen hilft!
Ich muss nicht alle Menschen gleich lieben, aber ich erwarte von mir, dass ich den/die andere mit Respekt behandele, mit Aufrichtigkeit, mit Achtsamkeit.

Und da hilft mir der Geist der Besonnenheit, der mich zu einem langsameren Denken statt zu Schnellschüssen verführt, der mich zur Bedachtsamkeit und zur Umsicht ermahnt. Der Geist, der mir einen Moment der Auszeit schenkt, mich rauszunehmen und in die Sonne zu blinzeln — das Wort „Sonne“ steckt ja in „Besonnenheit“. Einfach mal innehalten, das Herz befragen, dem Verstand belauschen und das Gesicht in die Sonne drehen und sich von woanders her beschenken lassen und hören: Mach mal halblang — und dann handele.

Achten Sie beim nächsten Mal auf die Banner: „Denn Gott hat uns den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“ gegeben und halten Sie inne, lauschen Sie auf ihr Herz und auf den Verstand, halten Sie das Gesicht für einige Momente in die Sonne, lasst euch von der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit beschenken.
Amen


Lied: Halleluja! Lobet Gott in seinem Heiligtum!
1) Halleluja! Lobet Gott in seinem Heiligtum!
Lobet ihn in der Feste seiner Macht!
Lobet Ihn für seine Taten, lobet Ihn!
Lobet Ihn in seiner großen Herrlichkeit!

Ref.: Alles was Odem hat, lobe den Herrn! Halleluja!
Alles was Odem hat, lobe den Herrn! Halleluja!

2) Lobet Ihn mit den Posaunen, lobet Ihn.
Lobet Ihn mit Psaltern und mit Harfen!
Lobet Ihn mit Pauken und mit Reigen!
Lobet Ihn mit Saiten und mit Pfeifen!

3) Lobet Ihn mit hellen Zimbeln, lobet Ihn.
Lobet Ihn mit wohlklingenden Zimbeln!
Lobet Ihn für seine Taten, lobet Ihn!
Lobet Ihn in seiner großen Herrlichkeit!

Fürbitte
Gott, ich bitte dich um deinen Geist der Kraft, dass wir genügend Widerstandskraft haben, wenn wir in brenzlige und schwierige Situationen kommen.
Sei bei uns allen Gott.
Gott, ich bitte dich um deinen Geist der Liebe, dass wir es schaffen, jeden Menschen mit Liebe und Respekt zu begegnen.
Sei bei uns allen Gott.
Gott, ich bitte dich um deinen Geist der Besonnenheit, dass wir rücksichtsvoll miteinander umgehen und erst einmal in uns hineinlauschen, in die Sonne blinzeln, bevor wir handeln oder sprechen.
Sei bei uns allen Gott.
Wir beten gemeinsam das Vater Unser, wie so viele Christinnen und Christen an diesem Tag:
Vater unser
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld.
Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich,
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen
Der Segen Gottes begleite Sie und euch durch diesen Tag, durch die neue Woche und alle Tage, die noch kommen werden:
Segen:
Gott, segne und behüte dich,
Gott schenke dir ein weiches Herz und einen klaren Verstand,
Gott gebe dir Kraft und Durchhaltevermögen für Zwischenzeiten
und einen sicheren Weg durchs Niemandsland.
Gott stelle dir allezeit einen sichtbaren oder unsichtbaren Gefährten an deine Seite.
Amen

Andacht zum 15. Sonntag nach Trinitatis, 20.09.20

Hier können Sie die Andacht zum 15. Sonntag nach Trinitatis von Pastorin Maren Gottsmann auch als PDF herunterladen.

Im Vertrauen auf Gottes Gegenwart feiern wir diese Andacht.
Im Vertrauen auf Gottes Liebe, die uns begleitet
und die uns Mut macht, dass wir einander gut begleiten können.

„Heute habe ich viel zu tun. Also muss ich viel beten.“ Luther soll diesen Satz gesagt haben. Wenn es heute in dieser Andacht darum geht, einander gut zu begleiten im Leben, in der Welt, da gibt es eine Menge zu tun. Also: beginnen wir mit einem Gebet. Um anzukommen. Und anzufangen. Und frei zu werden für das, was zählt:
Ich bin hier.
In diesem Raum und halte inne.
Ich räume Gott Raum ein - jetzt.
Ich räume dem Raum ein jetzt, was in mir ist.
Ich räume alles weg von meinem Herz und aus meinem Kopf, das mir im Weg steht,
das der Begegnung mit anderen im Weg steht,
das dem Gespräch mit Gott im Weg steht.
Ich bin hier.
Einfach hier.
In Gottes Namen.
Amen
(aus den Materialien des Michaelisklosters Hildesheim)

Der Bibelabschnitt für den 15. Sonntag nach Trinitatis steht im Ersten Testament, im 1. Buch Mose.
In 1. Mose 2, 4b. — 10 + 15 lesen wir:
Es war zu der Zeit, da Gott der Herr Erde und Himmel machte. Und alle die Sträucher auf dem Felde waren noch nicht auf Erden, und all das Kraut auf dem Felde war noch nicht gewachsen; denn Gott der Herr hatte noch nicht regnen lassen auf Erden, und kein Mensch war da, der das Land bebaute; aber ein Nebel stieg auf von der Erde und feuchtete alles Land. Da machte Gott der Herr den Menschen aus Erde vom Acker und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen. Und Gott der Herr pflanzte einen Garten in Eden gegen Osten hin und setzte den Menschen hinein, den er gemacht hatte. Und Gott der Herr ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume, verlockend anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. Und Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.

Predigt:
Zählen was zählt. Mit diesem Slogan hat der Naturschutzbund in diesem Jahr erfolgreich für die Zählungen von Vögeln oder Insekten geworben.
Erzählen was zählt. Darum geht es in dem Predigtabschnitt für den 15. Sonntag nach Trinitatis. In diesen Versen hören wir von der Entstehung des Menschen — das ADAM, denn er ist aus ADAMA, aus Erde geschaffen, mit Gottes Atem belebt. Und eigentlich passt der die Bezeichnung „Entstehung des Menschen“ natürlich gar nicht. Denn es geht den Verfassern dieser Schöpfungsgeschichte nicht um eine naturwissenschaftliche Erklärung über die Ursprünge des Menschen und der Welt — sondern sie möchten erinnern an die Anfänge der Beziehung zwischen Gott und Mensch, so wie wir sie glauben dürfen.
Wir hören von Gottes Fürsorge für den Menschen. Gott schafft einen Ort. Einen Garten. — verlockend anzuschauen, zu essen, zu genießen. Etwas für alle Sinne. Das, was den Menschen - uns - an Körper und Seele lebendig hält. Wir hören, dass Gott dem Menschlichen Dasein einen Sinn gibt: Den Garten zu bebauen und zu bewahren. Wir hören also, dass es am Anfang gut war.

In unserem eigenen Leben mag es ganz anders aussehen. Um uns herum entdecken wir vielleicht wenig, was uns Herz und Sinne hebt und vielleicht schon lange keinen Sinn mehr. Es gibt Streit zu Hause oder bei der Arbeit, da sind Sorgen um die Kinder, die Enkel, um die Gesundheit. Wir teilen Zukunftsängste angesichts des Klimawandels. Verzweifeln an der Not in unserer Welt. An Hass und Gewalt. An der Selbstverständlichkeit, zu Lügen. Da klingt diese Geschichte wie aus einer anderen Welt.
Und das ist gut so, schreibt der Theologe Fulbert Steffensky. Erzählungen wie die der biblischen Schöpfungsgeschichte sind eine „List der gefährdeten Identität“. „Wo das Leben nicht selbstverständlich ist, da erzählt man es sich selbstverständlicher als es ist.“ Und er fährt fort: „Vielleicht braucht man da keine Geschichten, weder Märchen noch Bibelerzählungen, wo das Leben völlig einleuchtet. Wo es keine Armen und Lahmen gibt, keine Tyrannen, keine Schuld und keinen Tod.“ Aber, so Steffensky, wo gibt es das schon?

Zu erzählen und sich in Erzählungen hineinzuhören heißt, sich in fremde Geschichten hineinzuerzählen und sich in ihnen neu zu entdecken.

Mein Großvater erzählte uns vor dem Einschlafen die Geschichte von der Drosselmutter, die sich um ihre Kinder sorgte ... „Kinder, wo seid ihr?“ So interpretierte er den Ruf der Amseln, den wir aus dem Garten des Hinterhofes hörten. Und dann die Antwort der Kinder: „Hier!“ Die Melodie seines Sprechens höre ich bis heute, nach bald 50ig Jahren - auch wenn ich mich an seine Stimme nicht mehr erinnern kann. Und ich spüre noch heute das Gefühl der Freude und des Glückes, Abend für Abend, wenn die Vogelfamilie wieder vereint war.
Mein Großvater war im Russlandfeldzug, vielleicht auch in Stalingrad. Uns Kindern hat er nie von seinen Erfahrungen aus dem Krieg erzählt. Aber Abend für Abend diese Geschichte von Verlust und Gefahr und dem guten Ende.

Es war einmal — so beginnen Märchen. Geschichten aus längst versunkenen Orten und Zeiten. Geschichten, die wir uns erzählen, um uns zu erinnern, welche verschlungenen und manches Mal auch schmerzhafte Wege Menschen gehen. Gehen können — gehen müssen — bis sie dann am Ende zu einem happy end gelangen dürfen: Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Wenn wir so einander immer wieder erzählten, einander erinnerten, in unserer Familie, im Freundeskreis, in unserer Gesellschaft und Weltgemeinschaft - gerade dann, wenn wir in unserem Leben nicht mehr weiterwissen — wenn alles auseinanderzubrechen droht.

Wie war das, damals, als ich geboren wurde? Und dann werden Fotos angeschaut, Tagebücher vorgelesen. Und das Kind, mit dem am Vormittag ein großer Streit über das unaufgeräumte Zimmer war, kuschelt sich zufrieden ein. Wie gut, davon zu hören. Die Liebe und Freude von damals neu zu spüren.

Wie war das noch, damals, als wir uns kennenlernten? Weißt du noch, das Vertrauen, das wir hatten in uns, in unsere Liebe, in das Leben, das Gott vor uns ausgebreitet hatte? Mag sein, wie gut, einander daran zu erinnern angesichts alltäglicher Aufgaben und Sorgen.

Wenn wir uns das immer wieder erzählten, statt uns unsere Verfehlungen aufzulisten:
Dass die Welt und auch wir einen Anfang hatten voller Hoffnung und Vertrauen. Dass uns allen in dieser Weltgemeinschaft eine Aufgabe und ein Sinn zugesprochen worden ist.

Wenn wir einander so erzählten, was zählt.

Was wäre dann?
Amen


Lied: Gott gab uns Atem (EG 432)
1. Gott gab uns Atem, damit wir leben,
er gab uns Augen, dass wir uns sehn.
Gott hat uns diese Erde gegeben,
dass wir auf ihr die Zeit bestehn.
Gott hat uns diese Erde gegeben, dass wir auf ihr die Zeit bestehn.

2. Gott gab uns Ohren, damit wir hören.
Er gab uns Worte, dass wir verstehn.
Gott will nicht diese Erde zerstören.
Er schuf sie gut, er schuf sie schön.
Gott will nicht diese Erde zerstören. Er schuf sie gut, er schuf sie schön.

3. Gott gab uns Hände, damit wir handeln.
Er gab uns Füße, dass wir fest stehn.
Gott will mit uns die Erde verwandeln.
Wir können neu ins Leben gehen.
Gott will mit uns die Erde verwandeln. Wir können neu ins Leben gehen.

Fürbitte
Gott, von Anfang an: Mit Gaben und Aufgaben hast du uns in diese Welt gesetzt.
Und von Anfang an: Dein Segen beschenkt uns mit dem, was wir zum Leben brauchen.
Dafür danken wir dir und wir bitten:

Für alle, die, die nicht mehr gefragt werden nach ihrer Meinung, ihren Gedanken, ihrer Zeit, ihren Gaben, ihren Erfahrungen.
Für alle, die als anders und fremd definiert werden.
Für alle, die ihre eigenen Wünsche, Fragen und Hoffnungen vergessen:
Dass wir ihnen zeigen: Ohne sie ist auch unser Leben ärmer.
STILLE

Für alle , die vor Verzweiflung stumm geworden sind.
Für alle, denen es am lebensnotwendigsten fehlt.
Für alle, deren Weiterleben jeden Tag neu bedroht ist.
Für alle, die auf der Flucht sind.
Dass wir nicht aufgeben, ihr Leid und Unrecht zu beenden.
STILLE

Für die in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik Verantwortlichen- und so auch für uns: Dass wir uns leiten lassen von dem, was dem Leben und der Bewahrung unserer Welt dient.
Vater unser
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld.
Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich,
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen
Segen:
Gott segne uns und behüte uns.
Gottes Angesicht leuchte über uns
und sei uns gnädig.
Gott schaue uns freundlich an
und gebe uns Frieden.
Amen
Nachspiel: Traumplantage von Helge Burggrabe. Gespielt von Familie Halberstadt.

Projekt: Schenk uns deine Stimme

Hören Sie hier die Ergebnisse unseres digitalen Chors!

Die Schutzmaßnahmen in Bezug auf das Coronavirus haben unter anderem dazu geführt, dass die Chöre unserer Gemeinde monatelang nicht proben konnten. Um zumindest ein bisschen Chorgefühl daheim zu haben, haben unsere Kirchenmusiker*innen Britta Irler und Finnegan Schulz den digitalen Chor Niendorf ins Leben gerufen. Die Sängerinnen und Sänger unserer Chöre haben ihre Stimme zuhause aufgenommen, wir haben es zu einem Chor zusammengeschnitten. Viel Freude beim Hören!

Ich sing dir mein Lied

Nun laßt uns Gott dem Herren

Singen macht Spaß

In dir ist Freude

Hine Mah Tov


Anmeldung zur Teamer*innen-Ausbildung 14+ gestartet

14plus ist eine einjährige Teamer*innenausbildung für Jugendliche im Anschluss an die Konfirmation. Diese Fortbildung hat das Jugendpfarramt Hamburg-West/Südholstein in Kooperation mit den Gemeinden im Kirchenkreis entwickelt und verantwortet diese. Lokstedt, Niendorf, Schnelsen, Eidelstedt und Stellingen haben sich für diese Fortbildung zusammengetan, um jeweils circa 30 bis 40 Teamer*innen auszubilden. Nach einem gemeinsamen Starttag im September, kannst Du in vier Workshops und an einem Abschlusswochenende im Juni einen guten Ein- und Überblick in die Teamerarbeit gewinnen. Anmeldung und weitere Informationen bei unserer Diakonin Maike von Appen.

Anmeldeflyer 14+

Bachkantate

Am Pfingstsonntag feiert die Christenheit die Ausgießung des Heiligen Geistes. Unser Kirchenmusiker Finnegan Schulz feiert dieses christliche Fest mit einer Kantate von Johann Sebastian Bach

Gelegentlich wird Pfingsten auch als „Geburtstag der Kirche“ bezeichnet und unsere Gemeinde wollte dieses Fest nutzen, um das 250-jährige Jubiläum unserer Kirche am Markt zu feiern. Im großen zentralen Festgottesdienst sollte die Kantate „Jauchzet Gott in allen Landen“ BWV 51 von Johann Sebastian Bach erklingen. Doch große Gottesdienste - das geht coronabedingt zur Zeit leider nicht. Was aber geht: Musizieren! Deswegen haben wir die Kantate einfach aufgezeichnet (selbstverständlich unter Einhaltung der Abstandsregeln). Diese Kantate für Solosopran ist neben Streichern und Basso Continuo noch mit einer Trompete besetzt. Insbesondere der Sopran- und Trompetenpart dieser festlich jubilierenden Kantate verlangt den MusikerInnen ein hohes Maß an Virtuosität ab. Zusätzlich zur Kantate erklingt passend zu Pfingsten die Fantasie für Orgel über den Choral „Komm Heiliger Geist, Herre Gott“ BWV 651. Der Cantus firmus findet sich hier stark vergrößert im Pedal der Orgel, darüber lassen im Manual virtuose 16tel-Figuren den „Feuertanz“ des Heiligen Geistes erahnen.

Ausführende:
Sonja Bühler, Sopran
Oliver Christian, Trompete

Gustav Frielinghaus, Violine I
Theresa Reustle, Violine II
Carlota Guijarro Alonso, Viola
Simon Schachtner, Cello
Paula Capracci, Kontrabass

Finnegan Schulz, Leitung und Orgel
Bachkantate

Fantasia super

Bringt den Stein ins Rollen!

Hoffnungszeichen Ostersteine - in Niendorf

Malen - suchen - finden - weitergeben
Am Ostermorgen ist der Stein weggerollt und das Grab Jesu leer. Der Stein wird zum Hoffnungszeichen: Liebe ist stärker als der Tod.

Wie geht's? Stein (mit)nehmen, bemalen & im Stadtteil auslegen: Tibarg, Gehege, Fensterbrettern, Bänken...

Und was soll drauf?
Malt auf die Vorderseite des Steines Eure/Ihre persönliche Antwort auf die Frage: Was ist stärker als der Tod: Herzen, blühende Zweige, bunte Farben, Worte? wir sind gespannt! Auf der Rückseite #stärkeralsdertod & facebookgruppe Ostersteine. Wenn Platz ist: „suchen, finden & weitergeben“. Farben: Fast alles geht: Acryllack, Tusche Eddings, Nagellack, Filzstifte, Kreide?.. Wasserlösliche Farben mit Klarlack fixieren.

Und dann...?
Wird Euer Stein vielleicht gefunden und mitgenommen. Und Ihr findet vielleicht auch selber einen Stein zum Mitnehmen.

Fotos Eurer Steine unter #kircheimdialog oder #stärkeralsdertod bei Instagram oder Facebook posten oder an uns unter als E-Mail versenden!

Steine liegen auch vor unseren Gemeindehäusern. Sonst melden Sie sich bitte bei uns!

Gottesdienste in Corona-Zeiten

Die Stadt Hamburg hat im Rahmen der Corona-Lockerungen gottesdienstliche Angebote wieder erlaubt. Was das für uns in Niendorf bedeutet, erfahren Sie hier.

Den Rahmen für gottesdienstliche Angebote geben Hygienerichtlinien vor, von denen uns viele aus dem Alltag bereits vertraut sind. Ein eigens eingesetzter Ausschuss organisiert bereits, wie sie an unseren Niendorfer Standorten umgesetzt werden können. Zwischen „Lockdown oder lockern?“ verlief auch die Diskussion im Kirchengemeinderat (KGR). Wann können wir starten und wie wollen wir künftig feiern so ohne Gesang und mit Abstand? Was machen wir, wenn Pfingsten mehr Menschen kommen, als in den Kirchen erlaubt sind? An das traditionelle Open-Air-Event ist aufgrund des großen Zulaufs selbst Freiluft nicht zu denken. Schließlich fielen mehrheitlich folgende Entscheidungen: Dabei gilt auch für uns - wir fahren auf Sicht und müssen Entscheidungen gegebenenfalls anpassen. Interessant auch die „Handlungsempfehlungen der Nordkirche zum kirchlichen Leben und weiteren Verlauf der Corona-Pandemie“.

Singverbot in Corona-Zeiten

Aufgrund der Corona-Pandemie müssen bis auf Weiteres alle Chorproben und der Posaunenchor aufallen. Auch in den Andachten darf nicht gesungen werden. Unser Kantor und Organist Finnegan Schulz erklärt, warum.

Vieles ist noch unklar und nicht ausreichend erforscht beim neuen Virus Sars-CoV-2. Klar ist aber: Das Corona-Virus befällt hauptsächlich die Atemwege. Daher ist dies ist auch der Hauptübertragungsweg, über Atemluft, Speichel und Atemwegssekrete. Die Verbreitung erfolgt durch Aersole, die die Viren durch die Luft tragen. Forscher haben herausgefunden, dass diese Aerosole in geschlossenen Räumen deutlich länger in der Luft bleiben.

Singen ist eine atemintensive Tätigkeit. Wir holen tief Luft, um eine Phrase zu singen. Während wir singen, bildet der Ausatemstrom an unseren Lippen den Ton und wir atmen deutlich länger aus. Dadurch ist es gut möglich, dass wir auch mehr Aerosol in die Luft geben. Außerdem kann es beim Singen in unserem Körper zu einer erhöhten Produktion von Schleim kommen, den wir dann unfreiwillig durch Husten oder Räuspern im Raum verteilen. Und: Wenn wir Konsonanten beim Singen besonders deutlich sprechen wollen (worüber ich mich als Chorleiter normalerweise immer sehr freue!), werden Spuckepartikel in Form von Tröpfchen ausgestoßen, die sich wiederum auch im Raum verteilen.

All diese Faktoren lassen vermuten, dass Singen zu einem erhöhten Infektionsrisiko führen kann, besonders in geschlossenen Räumen. Deswegen müssen wir, so schmerzhaft das für viele von uns ist, für das erste auf Singen im Gottesdienst und in den Chören unserer Gemeinde verzichten.

Wer sich weiter in diese Thematik einlesen möchte, kann das mit folgender Studie tun.

Jugendgottesdienst-Andacht

Moin Moin,
statt eines Jugendgottesdienstes kommen auch wir im Corona-April 2020 in die digitale Form einer Andacht zu Dir. JuGo ausfallen lassen? Das stand für uns nie zur Debatte.

Wie auch bei einem "live"-JuGo gibt es auch in dieser Andacht Lieder zum Mitsingen. Unser Kirchenmusiker hat uns netterweise bekannte Lieder aufgenommen.

Lass dich auf die kommende Texte ein und sei ganz bei Dir.
 

Jugendgottesdienst-Andacht

In folgenden Liedern & Texten sind wir im Glauben an den dreieinigen Gott, Gott, Jesus und Heiligen Geist miteinander verbunden.

Gebet zum Einstimmen:
Sprich gern ein Gebet, um mit Gott in Verbindung zu treten und um dich auf Folgendes bewusst einzulassen:
Guter Gott, so wie es mir gerade geht, bin ich hier, kommen ich zu Dir. Schau mich an und sei bei mir jetzt in dieser Zeit in der ich diese JuGo Andacht lese und erlebe.
Amen

Wir wollen das erste Lied singen: Weite Räume meinen Füßen
  • 1.Weite Räume meinen Füßen, Horizonte tun sich auf, zwischen Wagemut und Ängsten nimmt das Schicksal seinen Lauf, zwischen Wagemut und Ängsten, nimmt das Schicksal seinen Lauf.
    Refrain: Du stellst meine Füße, auf weiten Raum, auf weiten Raum, Du stellst meine Füße auf weiten Raum, auf weiten Raum, auf weiten Raum.
  • 2. Schritt ins Offne, Ort zum Atmen, hinter uns die Sklaverei, mit dem Risiko des Irrtums machst Du Gott, uns Menschen frei, mit dem Risiko des Irrtums machst du, Gott uns Menschen frei
    Refrain: Du stellst meine Füße, auf weiten Raum, auf weiten Raum, Du stellst meine Füße auf weiten Raum, auf weiten Raum, auf weiten Raum.
  • 3. Da sind Quellen sind Ressourcen, da ist Platz für Fantasie; zwischen Chancen und Gefahren Perspektiven wie noch nie, zwischen Chancen und Gefahren, Perspektiven wie noch nie
    Refrain: Du stellst meine Füße, auf weiten Raum, auf weiten Raum, Du stellst meine Füße auf weiten Raum, auf weiten Raum, auf weiten Raum.
  • 4. Doch bleib Kompass, bleibe Richtschnur, das wir nicht verloren gehen, zu der Weite unsrer Räume lass uns auch die Grenzen sehn, zu der Weite unsrer Räume, lass uns auch die Grenzen sehn
    Refrain: Du stellst meine Füße, auf weiten Raum, auf weiten Raum, Du stellst meine Füße auf weiten Raum, auf weiten Raum, auf weiten Raum.

Wort Gedanken



Ungewissheit
In der Zeit, die im Moment herrscht, da stellt man sich häufig solche Fragen:
Wann ist das vorbei?
Kann ich im Sommer wie geplant in den Urlaub fahren?
Wird endlich eine Lösung gefunden?
Kann ich irgendwas tun, um die Situation zu verbessern?

Und so weiter...Aber das Problem ist, dass es nun einmal Fragen gibt, die man nicht beantworten kann und das wird einem eben in so einer Situation erst richtig bewusst, doch diese Fragen gibt es immer. Gerade, wenn man älter wird, da ist es eben nicht mehr gewiss, was Morgen, nächsten Montag oder nächstes Jahr passiert. Man kann nicht über alles Bescheid wissen und auch nicht über alles bestimmen. Es ist nicht möglich sein Leben vorzuplanen, da immer etwas Unerwartetes passieren kann. Niemand hat vor einem Jahr oder sogar am Anfang dieses Jahres erwartet, dass der Alltag und die Situation aller Länder sich so verändern kann. Doch das Schicksal hat uns eingeholt und uns etwas Unerwartetes gebracht. Das einzige, was jetzt hilft ist Vertrauen und Solidarität.

Vertrauen, weil wir eben nicht wissen, was passiert und jetzt auf Wissenschaftler, Politiker und Gott vertrauen müssen, dass es besser wird und wir mal die Zähne zusammenbeißen müssen, ohne wirklich selbst etwas ändern zu können. Es ist nicht einfach die Zukunft dem Zufall zu überlassen und es tut immer gut Bescheid zu wissen.

Solidarität, weil wir zusammenhalten müssen und gemeinsam durch die Zeit müssen in welcher der normale Alltag auf Eis gelegt und ein neuer entstanden ist. Wir können nicht vieles tun, doch das, was vielleicht helfen kann, dass ist es wert gemeinsam zu versuchen. Es gilt also: #StayHome oder auch #WirbleibenZuhause

Eine Aktion:
Mach mit:
Damit du/ Sie einen Teil in dieser Andacht mitgestalten kannst/ können, bitten wir Dich/Sie auf www.menti.com zu gehen und gib den Code: 615083 für unsere Umfrage ein. Gib deine Antwort(en) ein und dann kannst Du sogar Direkt unser gemeinsames Meinungsbild zu den dort gestellten Fragen ansehen



Hier findest du vollständigen Ergebnisse der Aktion.

Lass uns Fürbitte halten
Guter Gott,
wir bitten dich lass die Wissenschaftler schnell ein Gegenmittel, wie auch einen Impfstoff gegen das Coronavirus finden, damit nicht mehr so viele Menschen an dem Virus leiden müssen.

Guter Gott,
bei all der Ungewissheit und Angst, die wir gerade haben, wegen der Schule, dem Job oder einem Hobby, schenke uns Hoffnung, dass diese schwierige Situation bald vorüber ist.

Guter Gott,
schenke uns in dieser einsamen Zeit besonders viele Momente, wo wir mit unseren Freunden, Familie und Bekannten im Austausch sind, damit das Gefühl der Einsamkeit in keinem siegt und keiner in seinen eigenen Sorgen alleine ertrinkt.

Guter Gott,
sei bei all den Familien, die psychisch mit dieser Situation durch Einsamkeit nicht zurechtkommen oder durch diese Krankheit einen lieben Menschen verloren haben. Sei bei allen, die einfach mal wieder eine Umarmung brauchen. Halte uns alle in deiner geschützten Hand!

Guter Gott,
wir danke allen, die gerade jetzt mit vollem Eifer bei der Arbeit sind, damit wir etwas zu Essen, eine ärztliche Versorgung haben und damit die Politiker stressfrei arbeiten können.

Guter Gott,
sei bei uns und lenke uns ohne großen Schaden durch diese katastrophale Zeit kommen!

weltweit in Verbundenheit mit diesem uns allen einem Gebet, beten wir/ betest du:
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld.
Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich,
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen

Wir singen Möge die Straße uns zusammenführen
  • 1. Möge die Straße uns zusammenführen und der Wind in deinem Rücken sein, sanft falle Regen auf deine Felder und warm auf dein Gesicht der Sonnenschein.
    Refrain: Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand, und bis wir uns wiedersehen, Friede über dich und unser Land.
  • 2. Führe die Straße, die gehst, immer nur zu deinem Ziel bergab; hab´ wenn es kühl wird, warme Gedanken und den vollen Mond in dunkler Nacht.
    Refrain: Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand, und bis wir uns wiedersehen, Friede über dich und unser Land.
  • 3. Hab´ unterm Kopf ein weiches Kissen, habe Kleidung und das täglich Brot; sei über vierzig Jahre im Himmel, bevor der Teufel merkt du bist schon tot.
    Refrain: Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand, und bis wir uns wiedersehen, Friede über dich und unser Land.
  • 4. Bis wir uns mal wiedersehen, hoffe ich, dass Gott dich nicht verlässt; er halte dich in seinen Händen, doch drücke seine Faust dich nie zu fest.
    Refrain: Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand, und bis wir uns wiedersehen, Friede über dich und unser Land.
Sei gesegnet:
Gott segne und behüte dich,
Gott lasse leuchten sein Angesicht auf Dich und sei Dir gnädig
Gott erhebe sein Angesicht auf dich und gebe Dir Frieden.
Amen

Unser Newsletter: GlaubeLiebeHoffnung

Mut machende Gedanken, eine Andacht zum jeweiligen Sonntag und verschiedene Inspirationen zum Mitmachen können Sie - so lange unsere Gemeindehäuser geschlossen sind - jeden Samstagmittag in Ihre E-Mail-Postfächer bekommen.

Wenn Sie Wünsche haben oder mit anderen etwas teilen möchten, schreiben Sie uns gerne eine Mail an
Wenn Sie unseren Newsletter noch nicht abonniert haben, können Sie das unten gerne tun. Auf Wunsch schicken wir Ihnen die Andacht im Newsletter auch per Post zu, bitten wenden Sie sich bei Bedarf an das Büro der Verheißungskirche unter 040 / 57 14 830.


Wir sind für Sie da!

Trotz geschlossener Gemeindehäuser halten wir folgende Angebote für Sie bereit.

Stille + Segen to go

Den Tag beginnen mit einer halben Stunde schweigen: montags-freitags um 7.30 Uhr. In der Küche, dem Wohnzimmer, auf dem Balkon, bei einem Spaziergang im Gehege oder dem eigenen Garten. Gemeinsam geht auch so! Wir laden Sie herzlich ein, wenn Sie und Ihr auf die ganz eigene Art und Weise dabei seid.

An unseren Gemeindehäusern finden Sie außerdem Segens- und Psalmsprüche to go. Unter dem Motto "Nimm dir das, was du brauchst" (frei nach 2. Mose 16, 18) reißen Sie sich das ab, was Sie in dieser Zeit benötigen. Und seien Sie gewiss:
Wenn Sie das nächste Mal vor unseren Türen stehen, werden Sie wieder von Sprüchen to go empfangen werden.

Einfach mal schnacken

Wenn Sie Sorgen haben oder einfach mal reden möchten: Unsere Pastorinnen und Pastoren sind für Sie da.
  • Ute Andresen: 040 52630108
  • Daniel Birkner: 040 58915155
  • Maren Gottsmann: 040 320918 68
  • Dr. Hendrik Höver 040 57148312
  • Maren Trautmann: 040 18073821
  • Anke Zorn: 040 5511233

Ein Blick über den Tellerrand

Auch über unsere Gemeinde hinaus gibt es zahlreiche tolle Angebote. Wir möchten Sie ermutigen: Fühlen Sie sich eingeladen neue Wege zu gehen, Unbekanntes auszuprobieren und neue Erfahrungen zu machen. Gerade jetzt wo fast alle kulturellen Angebote ausfallen müssen, ist genau die richtige Zeit seinen eigenen Horizont zu erweitern.
Ein besonderes Projekt ist das Balkonsingen der Evangelischen Kirche Deutschland. Die EKD ruft dazu auf, täglich um 19 Uhr am offenen Fenster, auf dem Balkon oder im Garten "Der Mond ist aufgegangen" zu singen oder zu musizieren. Jeder und jede kann mitmachen, denn singen verbindet und tut gut. Machen Sie mit! Den Liedtext finden Sie hier.

Liedtext

Hoffnungsläuten - Glocken mittags um 12 als Zeichen der Hoffnung

Denk an das, was dich tröstet und stärkt.
Bitte für die Menschen, die Kraft brauchen!


Die Bischöfinnen und Bischöfe der Nordkirche rufen auf: In ganz Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern sollen mittags um 12 Uhr die Glocken läuten, als Zeichen der Hoffnung in schwerer Zeit. Die Glocken erinnern: Es ist an der Zeit, sich zu besinnen auf das, was tröstet und stärkt und uns weiterträgt angesichts dieser globalen Krise.
Sie erinnern: Wir gehören zusammen!
Sie fragen uns: Was ist jetzt wichtig?

Glocken erreichen unsere Ohren und Herzen auch bei Ausgangsbeschränkungen in unseren Wohnungen, in Pflegeheimen und Krankenhäusern.

Orgelmusik zur Sterbestunde Christi

Am Karfreitag um 15:00 können Sie hier Orgelmusik gespielt von unserem Kirchenmusiker Finnegan Schulz zur Sterbestunde Christi hören.

Liebe Gemeinde,
am Karfreitag gedenken Christinnen und Christen in der ganzen Welt der Kreuzigung und dem Tod Jesu Christi. Für viele ist er ein Tag der Besinnlichkeit und der inneren Einkehr. In der Kirche am Markt gab es in der Vergangenheit am Karfreitag um 15.00 Uhr Musik zur Sterbestunde. Auch dieses Jahr sollte diese Musik stattfinden, mit der Dresdener Mezzosopranistin Marie-Louisa Reh und Kantor Finnegan Schulz an der Orgel. Aufgrund der aktuellen Situation kann diese Musik so nicht stattfinden. Damit Sie aber nicht ganz auf Musik zur Sterbestunde verzichten müssen, wird an dieser Stelle am Karfreitag um 15.00 Uhr eine etwa halbstündige Orgelandacht mit Finnegan Schulz als Video abrufbar sein. Die Pastoren Ute Andresen und Daniel Birkner werden Texte beisteuern. So haben Sie die Gelegenheit, in dieser aufgewühlten Zeit eine halbe Stunde zur Ruhe zu kommen und ganz persönlich dem Leiden und Sterben Jesu zu gedenken.

Programm:

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Choralbearbeitung „O Mensch, bewein dein Sünde groß “ BWV 622

Hermann Schroeder (1904-1984)
Intermezzo op.9 Nr. 2

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)
Orgelsonate d-Moll op. 65 Nr. 6 über den Choral „Vater unser im Himmelreich“

Kreuzweg der Jugend

Wir, das Vorbereitungsteam der Aktion Wach nach 8, wollen dich ganz herzlich einladen, dich gemeinsam mit uns auf den Jugendkreuzweg zu begeben. Wir wollten diesen Kreuzweg in der Nacht zum Ostersonntag mit einigen Jugendlichen der Gemeinde begehen. Da dies und auch alle anderen Live-Veranstaltungen zu Ostern aufgrund der gegebenen Situation ausfallen müssen, dachten wir uns, wir teilen diese Aktion mit der ganzen Gemeinde. Denn nur weil wir unsere Gotteshäuser nicht besuchen können, heißt das ja nicht, dass wir unseren Glauben nicht leben und feiern können. Und nur weil irgendwo Jugend davorsteht, heißt das nicht, dass Erwachsene das nicht auch machen und davon profitieren können. Also, was erwartet dich auf diesem Jugendkreuzweg? Dich erwarten 6 Stationen des Kreuzweges Jesu. Jede Station besteht aus einer Ikone (Kult- und Heiligenbild), Text(en) zu der jeweiligen Ikone, Impulsfragen zum Thema und einem kleinen Gebet. Nimm dir, wenn du Lust hast eine Stunde Zeit und begebe dich auf den Weg.

Wir wünschen dir eine gute Zeit und ein gesegnetes Osterfest.

Die 7 Stationen des Kreuzweges als PDF-Download:

Station 1: (Ver-)Urteilen

Station 2: Schweres

Station 3: Kreuz

Station 4: Erkenntnis

Station 5: Endgültig

Station 6: Bedeutsam

Station 7: Segensreich

Ostern mit Kindern zu Hause

Ein Angebot für Familien zu Ostern

Alle Familien, die sich zu Ostern mit der Ostergeschichte beschäftigen möchten, werden hier auf unserer Homepage fündig.

Es gibt eine kurze Anleitung für euren Kindergottesdienst@Home und dann findet ihr die Geschichtsabschnitte zu den verschiedenen Stationen Jesu: Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag und Ostersonntag. So kann jede Familie Familiengottesdienst zu Hause feiern.

KiGo@Home Ablauf

Geschichte 1: Einzug in Jerusalem

Geschichte 2: Das Abendmahl

Geschichte 3: Abends in Jerusalem - Jesus geht zum Ölberg

Geschichte 4: Petrus verleugnet Jesus

Geschichte 5: Jesus lebt

Bastelidee zu Ostern: Hasen-Karte
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