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Wer war Johann Mattheson?

Konzert 23. 04. 2017 - Kirche am Markt

21.04.2017 | Erfahren Sie hier spannende Einzelheiten zur Person Johann Mattheson sowie auch zum Oratorium "Der reformierende Johannes", das am 23. April 2017 in der Kirche am Markt aufgeführt wird.

Zur Person:

Johann Mattheson (*1681 in Hamburg,† 1764 ebenda) war ein Universalgenie seiner Zeit und Hamburger durch und durch. Als Sohn eines reichen Hamburger Kaufmanns erhielt er früh eine umfassende Ausbildung sowohl in Fremdsprachen wie auch auf musikalischem Gebiet (Gesang, Violine, Orgel und Cembalo). Er war Organist, Mitglied des Hamburger Opernchores, später selbst Solist (Tenor) und komponierte bereits mit 18 Jahren seine erste Oper, leitete die Aufführung und sang selbst eine der Hauptrollen.
Mattheson war Hofmeister, Sekretär und Korrespondent des englischen Gesandten und heiratete 1709 Catharina Jennings, eine englische Pastorentochter.

1715 wurde er Vikar und 1718 Musikdirektor am Hamburger Dom. Diese Stelle musste er 1728 aufgeben wegen eines Streites mit den Sängern seiner Oratorien, die ihn fortan boykottierten. Zudem wurde seine Schwerhörigkeit immer gravierender, bis er ganz ertaubte.

Ab den 30-er Jahren verfasste er musiktheoretische Schriften und übersetzte Romane und Fachliteratur aus dem Englischen, Französischen, Italienischen und Lateinischen. Sehr berühmt ist Matthesons „Grundlage einer Ehren-Pforte“ von 1740, ein umfassendes Werk über 149 Musiker der damaligen Zeit. 1761, zwei Jahre nach Händels Tod, gab er die deutsche Übersetzung der ersten Händel-Biografie heraus, der ersten in Buchform erschienenen Biografie eines Komponisten überhaupt.

Zu Matthesons Trauerfeier erklang das zu diesem Anlass von ihm selbst verfasste Oratorium „Das fröhliche Sterbelied“. Er wurde im Gruftgewölbe der St. Michaelis- Kirche in Hamburg beigesetzt, wo sein Grabmal bis heute öffentlich sichtbar ist.
(Quelle: Wikipedia)

 

Der reformierende Johannes

"Der reformierende Johannes“ wurde von Johann Mattheson für das 200-jährige Reformationsjubiläum komponiert und feierlich am 31. Oktober 1717 im Hamburger Dom im Gottesdienst uraufgeführt.

Der Text des Oratoriums stammt von dem norddeutschen Theologen, Schriftsteller und Librettisten Johann Georg Glauche {1699-1745). Die Taten Luthers und Johannes des Täufers werden darin in einen Zusammenhang gesetzt. Ein Lutheraner übernimmt die Rolle des Erzählers.

Glaube, Hoffnung, Liebe, Johannes und der Messias treten als handelnde Figuren auf. Das starke protestantische Selbstbewusstsein der Hanseatischen Bürgerschaft, das sich von den Ketten des Mittelalters befreit weiß, findet sich in der streitenden bzw. triumphierenden Kirche sowie der Lutherischen Gemeinde wieder.

Seit der Uraufführung des Oratoriums unter Matthesons Leitung 1717 ist bislang nur eine weitere Aufführung am 8. Dezember 1935 in der Lutherkirche in Breslau dokumentiert.