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Kirchliche Miniaturen

Sich beheimaten

08.05.2017 | Sich beheimaten für einen Teil des Tages an einem Ort, der nicht „Zuhause“ ist... Dies gelingt für die Kinder in unseren Kitas.

Für vier oder auch bis zu acht Stunden am Tag ist zum Beispiel die Kita Verheißung der Ort, an dem sich die Kinder wohlfühlen. Ja mehr noch, sie fühlen sich dort sicher und geborgen. Sie haben solch ein großes Vertrauen zu den Menschen und den Räumen, dass sie als Krippenkinder selbstverständlich ihre kleinen Betten für den ein- bis zweistündigen Mittagsschlaf nutzen.

Jedes Bett hat dabei etwas, das die Kinder von ihrem eigentlichen Zuhause mitgebracht haben: eine besondere Decke, ein Kuscheltier, ein kleines Tuch. Wie ein kleines Stückchen Zuhause in diesem Zuhause auf Zeit. Bei einigen Kindern bleibt dieses Verbindungsstück immer in der Kita. Bei einigen Kindern wandern Kuscheltier und Decke mit dem Kind mit. Morgens in die Kita, nachmittags zurück nach Hause. Im Elementarbereich stehen die Betten in der Spielecke. Vor allem für die Puppen, aber m a n c h m a l auch für ein Kind, zum Einkuscheln. Zum „Zuhause“- Spielen. Und dazu gehört natürlich ein Bett.

Ich bewundere die Kinder. Und ich bewundere die Kitas, die Mitarbeitenden vor Ort, dass dies möglich sein kann, sich für einen Teil des Tages so zu beheimaten. Ich lerne von ihnen, dass es eigentlich nicht viel braucht, um sich an einem Ort wohl zu fühlen: den kleinen Tiger vielleicht oder das Schnuffeltuch. Materiell gesehen ist das nicht viel. Als Erwachsene tragen wir deutlich mehr in unseren Umzugskisten mit uns herum. Gleichzeitig braucht es die Erfahrung, geborgen und sicher zu sein. Es braucht das Vertrauen darauf, liebevoll und wertschätzend behandelt zu werden. Vielleicht sind die Umzugskisten von uns Erwachsenen deswegen so umfassend, weil uns solches Vertrauen im Laufe des Lebens verloren ging?