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Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Niendorf

Angesichts der Weite des Meeres

05.03.2018 | Auf der Suche nach Erlebnissen rund um Wasser und Glauben, sind wir bei den Menschen unserer Gemeinde auf eine Reihe persönlicher Wasser-Geschichten gestoßen, die wir hier erzählen möchten. - Den Auftakt macht Familie Rummler.

An Taufe als urchristliche Handlung denkt jeder sofort, wenn es um Wasser und Kirche geht. Familie Rummler kennt sich mit dem Thema Taufe bestens aus, weil alle sechs Söhne in den letzten 19 Jahren in unserer Gemeinde getauft wurden.

Tom, der Älteste, und Louis, die Nr. 2, machten den Auftakt. Sie wurden gemeinsam mit mehreren Kindern anderer Familien von Pastor Hans Themann in der (damals noch) Kirche Niendorf Nord-West getauft. Joschua, Nikos und Julio jeweils einzeln im Immanuel-Haus und Nino, der Jüngste, 2015 im Rahmen einer Familienfreizeit von Anke Zorn mit echtem Ostseewasser barfuß am Meeresufer. Ein besonderes Erlebnis für alle, die dabei waren.

„Diese Taufe am Meer entsprach ganz meinem Glauben: frei zu sein, mit den Füßen im Sand direkt am Wasser mitten in der Natur“, erzählt Nicole Rummler und erinnert sich: „Es war erstaunlich. Wir waren barfuß mit Hose hochgekrempelt am Strand. Anke ist einfach ins Wasser gestiefelt, egal ob ihre Kleidung nass wurde. Die anderen Familien standen in einem großen Halbkreis um uns herum. Anke, Nino und ich direkt am Ufer der flachen Ostsee. Ich hatte mich halb hingehockt mit Nino auf dem Arm. Er war erst ein bisschen zögerlich. Dann fasste er Vertrauen. Angesichts der Weite des Meeres spürten wir, dass wir immer auf Gott vertrauen können – bei stürmischer See ebenso wie bei ruhigem Wasser.“

Die Idee zur Meeres-Taufe war entstanden, weil Nicole Rummler die Gemeinschaftstaufe der beiden ältesten Söhne so gut gefallen hatte. „Die Vorbereitung zusammen mit den anderen Eltern war bereichernd. Daran wollte ich gerne anknüpfen. Dann hörte ich, dass es möglich ist, sein Kind zusammen mit vielen anderen an der Elbe taufen zu lassen. Das ließ mich aufhorchen.“ Als dies nicht umsetzbar war, machte Anke Zorn – mitten in den Vorbereitungen für eine Arche-Noah-Familienfreizeit an der Ostsee steckend – den Vorschlag, eine Taufe am offenen Wasser selbst auf die Beine zu stellen. Wobei Nino nicht der Einzige in unserer Gemeinde ist, denn es gibt weitere Ostsee-getaufte Niendorfer Kinder. „Im Freien“, sagt Pastorin Anke Zorn, „unter der Weite des Himmels, und am Meer, wo wir das lebendige Wasser direkt vor Augen haben, ist ohne Mühe zu spüren, dass Gott uns nahe ist. Das erleben wir bei dieser Art der Taufe unmittelbar.“

Als handfeste Erinnerung an sein besonderes Tauferlebnis nahm Nino einen ganzen Berg bemalter und beschrifteter Ostsee-Steine mit nach Hause. Jeder Familienfreizeit-Teilnehmer hatte seine persönliche Segens-Botschaft für das neue kleine Gemeindemitglied auf einem Stein verewigt.

Sabine Jahrbeck