Ein Kreuz in der Veheißungskirche

 „Für die Osterausgabe des präsent könnten wir doch das Kreuz in der Verheißungskirche vorstellen."
„Wieso, da ist ein Kreuz?... Ach so, das Altarkreuz! Stimmt, das ist ja ganz anders als in Kirchen sonst üblich, nicht so groß und mächtig."
„Und durch die Ziegelwand fällt es eigentlich kaum ins Auge. In den Gottesdiensten wird es extra angestrahlt."
„Es ist ja kein Kreuz, was sich einem aufdrängt. Es hat eine gewisse Leichtigkeit."
„Stimmt. Es hat nichts Bedrückendes oder Erschreckendes. Manche Kreuze erschlagen einen regelrecht, wenn man eine Kirche betritt."
„Statt auf den Gekreuzigten blicken wir auf einen Bibelvers. In der Vertikalen steht:
Alle Verheißungen erfahren in ihm das Ja, darum geschieht auch durch ihn das Amen Gott zu Lobe durch uns. (2. Korinther 1, 20).
In der Horizontalen heißt es:
Jesus Christus dem Sohne Gottes.
Zusammen bildet es gleichsam ein Kreuz im Kreuz."
„Könnte man sagen: Das Kreuz spricht zu uns?"
„Irgendwie schon. Es spricht von Verheißung und Erfüllung. Nicht von Todesqualen und Opfer, so wie es die Darstellungen des Gekreuzigten oft vermitteln."
„Ja, wenn ich mit Kindern solche Kreuzdarstellungen in Kirchen betrachte, benennen die sehr deutlich ihr Unbehagen und auch ihre Angst. Hier, bei unserem Kreuz, ist nichts davon."
„Das Kreuz stammt von dem Hamburger Bildhauer Klaus Luckey. Eingeweiht wurde es mit der ganzen Kirche am 18. 12.1966. Das Kreuz sollte ausdrücken, dass die Kirche offen ist für alle, die abseits stehen, die sich enttäuscht, resigniert oder skeptisch abgewandt haben. Für uns heute gilt das ja genauso."
Im Gespräch: Birgit Mesterknecht und Maren Gottsmann
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